Irans Ankündigung, Uran bis zu 20 Prozent anzureichern, hat viele Staaten beunruhigt. Um den Grund zu verstehen, muss man ein wenig über den Bau von Atomwaffen wissen.

Der Zentralbegriff der Atombombe ist, wie sollte es anders sein, das Atom. Die Materie, mit der es der Mensch auf der Erde zu tun hat, ist aus chemischen Grundstoffen aufgebaut, die "Elemente" heißen, darunter Wasserstoff, Kohlenstoff und Uran. Und die kleinste Einheit eines Elements ist das Atom.

Natürlich besteht das Atom seinerseits aus kleineren Teilen, aber nur als Ganzes hat es die Eigenschaften des jeweiligen Elements. Atome des gleichen oder verschiedener Elemente können sich zu Molekülen zusammentun, die dann wieder ganz andere, neue Eigenschaften aufweisen können.

Das Atom besteht, vereinfacht gesagt, aus einem Kern und einer Hülle. Die Hülle dürfen wir uns als Aufenthaltsraum der Elektronen vorstellen. Das sind die elektrisch negativen Teilchen, wie sie auch durch unsere Stromleitungen fließen. Der Atomkern wiederum besteht aus zwei verschiedenen Sorten Teilchen: positiv geladenen Protonen und elektrisch neutralen Neutronen.

Protonen und Neutronen fasst man auch unter dem Begriff der Nukleonen zusammen (von lat. nucleus = der Kern). Die Anzahl der Protonen im Kern eines Atoms ist seine sogenannte Ordnungszahl, die Anzahl der Nukleonen seine Massezahl. Das chemische Verhalten eines Atoms wird durch die Anzahl seiner Protonen bestimmt, also durch die Ordnungszahl.

Es gibt Atome mit gleicher Ordnungs- und unterschiedlicher Massezahl: solche Geschwister heißen Isotope. Uran beispielsweise hat mehrere Isotope, und im Folgenden ist von zweien die Rede, die sich durch ihre Massezahl voneinander unterscheiden: Uran-235 und Uran-238, abgekürzt U-235 und U-238.

Da beide die gleiche Anzahl von Protonen aufweisen (Ordnungszahl 92), verhalten sie sich chemisch gleich, sind also chemisch nur schwer voneinander zu trennen. Aber ihre Masse ist unterschiedlich, weshalb sie sich in einer Zentrifuge unterschiedlich verhalten. Das kann man ausnutzen, wenn man beispielsweise den Anteil des atomwaffentauglichen Uran-235 im Gemisch erhöhen will (das nennt man dann "Uran-Anreicherung").

Ist ein Atom mit Ordnungs- und Massezahl beschrieben, nennt man es auch ein Nuklid. Manche Nuklide, die sogenannten Radionuklide, sind radioaktiv. Das bedeutet, dass sie sich von selbst, ohne Einwirkung von außen, in andere Nuklide verwandeln. Dabei geben sie Energie in Form unterschiedlicher Arten von Strahlung ab.