terrorismus Wiedergeboren, um zu tötenSeite 3/3
Die radikale und gewalttätige Linke hat sich von den gesellschaftlichen Randzonen abgewendet. Ein Beispiel liefert die Terrorgruppe von al-Sarqawi im Irak, welche die Exekution von Geiseln im Irak blutig in Szene setzt. Dieses Vorgehen stammt mitnichten aus einer islamischen Tradition, sondern aus der Inszenierung der italienischen Roten Brigaden bei der Entführung und Ermordung des Ministerpräsidenten Aldo Moro. Die Barbarei umspannt die ganze Welt. Ihre Suche nach mythischen, messianischen und transnationalen Befreiungsbewegungen ist gleich geblieben wie auch ihr Feind: der allmächtige amerikanische Imperialismus. Nicht die Geschichte der westlichen Welt oder des Nahen Ostens hat sie hervorgebracht, sondern die Verschmelzung aller Geschichte und die Globalisierung. Ihr Zuhause ist eine aus den Fugen geratene Welt.
Olivier Roy ist Forschungsdirektor am Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) und unterrichtet an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales und an der Sciences Po in Paris. Er ist Verfasser des Buches »L’Islam mondialisé« (Le Seuil 2002)
Aus dem Französischen von Elisabeth Thielicke
- Datum 11.09.2006 - 11:13 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 21.07.2005 Nr.30
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