In der westlichen Welt gilt Verhütung männlicherseits eher als Lifestyle-Mittel für partnerschaftliche Gleichberechtigung. Einer Umfrage zufolge können sich in Deutschland 69 Prozent der Männer zwischen 18 und 50 Jahren vorstellen, medikamentös zu verhüten. Die WHO hingegen hofft auf ein wichtiges Regulierungsmittel für die Bevölkerungspolitik.

Weltweit wird an Verhütungsmethoden für Männer geforscht. Derzeit testen 1.000 Chinesen die Wirkung von Testosteronundecanoat, das ihnen mittels Spritze injiziert wird und die Spermienproduktion im Hoden lähmt. Allerdings macht dieses Verfahren scheinbar nur chinesische Männer unfruchtbar. Bei Männern aus westlichen Ländern scheint es nicht anzuschlagen.

Eine deutsch-niederländische Kooperation versucht in einer groß angelegten europäischen Testreihe, mit Gestagen-Testosteron-Mixturen die Spermienbildung zu verhindern, indem Gestagen als Depot implantiert wird.

Die Pharmaindustrie ist außerdem auf der Suche nach nicht-hormonellen Präparaten, denn bei Hormonprodukten für den Mann werden zum einen Nebenwirkungen befürchtet und zum anderen können sie nicht als Pille geschluckt werden. In Indien gibt es möglicherweise einen ersten Ansatz, der ohne Eingriff in den Hormonhaushalt auskommt. Durch Kleinststromschläge gelangt nur harmloser "Spermaschrott" ins Ejakulat. Molekulargenetiker in Europa suchen die Lösung in der Manipulation von Spermien, indem sie beispielsweise minimale Veränderungen einzelner Eiweiße vornehmen oder den "Geruchssinn" des Spermiums blockieren.

(Abstract des kompletten Textes )