Es kann ja mal geschehen, dass eine Firma den Gürtel enger schnallen muss. Aber ausgerechnet Atkins? Endlich hatte ein Diätguru eine Formel gefunden, nach der man frei nach Laune seine Keulen, Speckscheiben und Rühreier essen konnte. Nach den Rezepten von Doktor Atkins rückte man Wurstscheibe für Wurstscheibe dem eigenen Bauch zu Leibe. Wir haben es ihm gegönnt, dass sein Unternehmen zwischenzeitlich dreistellige Millionenumsätze einfuhr, weil er passend zur Diät hilfreiche Vitamintabletten (gegen Mangelerscheinungen) und Pfefferminzbonbons (gegen Mundgeruch) verkaufte.

Und nun? Alles aus. Nicht nur ist Doktor Atkins seit fast zwei Jahren tot, angeblich wegen Herzproblemen. Nun meldete auch seine Firma Insolvenz an. Es hat sich wieder gezeigt, dass die fresssüchtigen Amerikaner keine Willenskraft haben und zu ihrer Völlerei mit Vollkornbrot und Orangensaft zurückkehren. Noch schlimmer ist, was sie der Atkins-Firma nun an der Wall Street verordnen: Gesundschrumpfen. Aufs wesentliche reduzieren, überflüssige Produktlinien abstoßen. Vitamintabletten ja, Pfannkuchen aus Eiweißkörnchen mit extrafettiger Eiscreme nein. Wir halten das für die durchsichtige Sabotage einer wunderbaren Tisch-Manie. Aber so sind sie an der Wall Street. Kennen nichts als fressen und gefressen werden.