Vollkommen selbstständig lernt ein neuer Computer-Algorithmus Sprachen. Das Programm leitet aus einem Text die Struktur einer Sprache ab, ohne den Wortschatz oder die Grammatik zu kennen. Dazu sucht es nach wiederkehrenden Mustern und austauschbaren Formulierungen. Mit dem Gelernten kann der Algorithmus, den amerikanische und israelische Forscher entwickelt haben, selbst neue Sätze bilden (PNAS, Online-Ausgabe, 1. August 2005). Das Programm bewältigte bereits Tests auf Englisch und Chinesisch, aber auch in künstlichen Sprachen. Da es außerdem biologische Muster wie Proteinsequenzen lesen kann, könnte es in der Bioinformatik eingesetzt werden.

Einige Schmetterlingsraupen haben ein Verhalten entwickelt, mit dem sie sich erfolgreich gegen Parasiten zur Wehr setzen. Dieses bisher unbekannte Phänomen beobachteten Wissenschaftler um Elizabeth Bernays von der Universität Arizona während ihrer Studien mit der Bärenspinner-Raupe.(Nature, Bd. 436, S. 476). Bei Parasitenbefall ändert sie ihren Geschmackssinn und frisst vorwiegend Pflanzen, die für die Schmarotzer giftig sind. Bisher ging man davon aus, dass Parasiten solche Abwehrmechanismen des Wirtes unterdrücken.

Die Zerstörungskraft tropischer Wirbelstürme ist in den vergangenen Jahrzehnten gewachsen. Das hat Kerry Emanuel vom Massachusetts Institute of Technology herausgefunden. Seit 1949 hat sowohl die Dauer als auch die maximale Windstärke von Hurrikans über dem Nordatlantik und -pazifik um etwa 50 Prozent zugenommen. Der Anstieg der freigesetzten Energie korreliere stark mit der Erwärmung der tropischen Ozeane, berichtet der Forscher (Nature, Bd.

436, S. 686). Damit hat er einen Beleg für die Vorhersagen der Klimamodelle gefunden. Bisher war nur untersucht worden, ob die Wirbelstürme mit der globalen Erwärmung häufiger werden. Ein eindeutiger Trend war dabei nicht zu erkennen.

Ein neues Verfahren ermöglicht es, Erbgut hundertmal so schnell wie bisher zu entschlüsseln. Ein Forscherteam des US-Unternehmens 454 Life Sciences entwickelte eine Labormaschine, die mit über 99 Prozent Genauigkeit bis zu 25 Millionen DNA-Basenpaare in nur vier Stunden entziffern kann (Nature, Online-Ausgabe, 31. Juli 2005). Zunächst werden die Moleküle vermehrt, dann vermisst das Gerät mit Licht gleichzeitig Hunderttausende einzelne Moleküle.

Die Forscher hoffen, dieses Verfahren künftig noch zu beschleunigen.