Architekten und Psychologen der TU Darmstadt arbeiten mit Ingenieuren der TU München an einer Mondstation. Eine ungewöhnliche Kooperation ...

Architekten spielen eine wichtige Rolle, wenn sich die Astronauten besonders lange im Weltraum aufhalten sollen. Das ist bei einer Marsmission der Fall - und eine Mondmission soll eine Marsmission testen. Vier bis sechs Menschen leben dabei ein Jahr lang in einer Station. Damit die Crew in guter psychologischer Verfassung bleibt, kümmern sich die Architekten um das Umfeld. Es braucht Räume fürs Arbeiten, für die Entspannung, für den Abbau von Aggressionen. Wir wollen eine Planung machen, die der Wirklichkeit standhält. Dafür braucht man Raumfahrttechniker. Vergangenes Jahr hat uns das Zentrum für Interdisziplinäre Technikforschung durch Zuschüsse ermöglicht, einen Partner zu suchen. Da bot sich die TU München an, wo mit Ulrich Walter ein Professor die Raumfahrttechnik leitet, der selbst Astronaut war.

Und die Zusammenarbeit klappte auf Anhieb?

Die Ingenieure waren begeistert und haben die Arbeit der Architekten sehr ernst genommen und umgekehrt genauso. Das ist in der Uniwelt selten. Da versucht doch jeder nur, seinen eigenen Fachbereich voranzutreiben. Es war für die Raumfahrttechniker eine Erfahrung zu sehen, dass die Architekten keine versponnenen Künstler sind.

Gibt es nicht zwangsläufig Reibungspunkte zwischen Design und Funktion?

Die Ingenieure haben die Parameter gesetzt, Durchmesser und Längen vorgegeben. Die Architekten haben gesagt: Ich brauche aber den und den Raum, dann haben sie zusammen überlegt, wie das reinpasst. Meistens mit Erfolg. Das liegt sicher daran, dass die Studenten spielerisch vorgehen konnten. Es geht nicht um so viel Geld wie in der Wirtschaft.

Aber sicher spielt der Gedanke mit: Das Ergebnis zeigen wir der Nasa, oder?