Risikofreudig haben sich im ersten Halbjahr 2005 Private-Equity-Investoren gezeigt - jene Gesellschaften, die bei institutionellen Anlegern Geld einsammeln, Unternehmen kaufen und diese nach einem Umbau abseits der Börse möglichst mit Gewinn wieder abstoßen. Rund 53 Milliarden Euro bezahlten sie in Europa in den ersten sechs Monaten für so genannte Buy-outs, also Übernahmen gestandener Firmen. Damit investierten sie nach Angaben des Informationsdienstes Incisive Media und des Finanzinvestors Candover 48 Prozent mehr Geld als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auch die Zahl der Transaktionen stieg von 226 im ersten Halbjahr 2004 auf jetzt 257. Gerade einmal 27 davon (mit einem Gesamtwert von vier Milliarden Euro) wurden in Deutschland abgewickelt - dem Land, das in den vergangenen Monaten das Wirken der von SPD-Chef Franz Müntefering als Heuschrecken titulierten Finanzinvestoren kontrovers debattiert hatte. Hauptziel waren mit 14 Milliarden Euro Firmen in Großbritannien.