Pervez Musharraf ist General von Beruf, aber, genau genommen, ist er ein Zirkusartist. Seine Bühne ist Pakistan, sein Publikum die Welt. Nahezu täglich führt er allerlei Kunststücke vor. Einmal gibt er den hartgesottenen Soldatengeneral, der mit eiserner Hand regiert, ein andermal den nachdenklichen Staatsmann, der vom moderaten Islam träumt. Zwei Gesichter hat der General mindestens anzubieten, wenn es sein muss, hat er auch mehr.

Dieser Tage musste er tief in seine Trickkiste greifen. In Pakistans North-Western-Frontier Province (NWFP) will die dort regierende Koalition der religiösen Parteien eine Religionspolizei nach dem Vorbild der afghanischen Taliban einführen. Da schimpfte der General, laut und möglichst öffentlichkeitswirksam. Das ist er sich schuldig. Schließlich sieht er sich selbst als größten anzunehmenden Freund des Westens im Kampf gegen den Terror. Moralpolizei im eigenen Land? Unmöglich. Als aber der oberste Hüter der islamischen Religionspolizei starb, da verordnete der General seinem Land Tränen, und zwar nicht zu knapp. Sieben Tage Trauer befahl er den Pakistanis, nach dem Tod des saudischen Königs Fahd.