Der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi hat am Montag Neuwahlen angekündigt. Damit zieht er die Konsequenzen aus einer Abstimmungsniederlage im Oberhaus des Parlaments. Mit den Stimmen von Rebellen seiner eigenen Liberaldemokratischen Partei LDP hatte der Senat ein Gesetzespaket zur Postprivatisierung niedergestimmt. Es war das Herzstück von Koizumis Wirtschaftsreformprogramm. Die Neuwahlen sollen am 11. September stattfinden. Es gilt als möglich, dass die seit Jahrzehnten fast ununterbrochen regierende LDP zerbricht und die Macht verliert.

Die Neuwahlen betreffen das mächtige Unterhaus, das Koizumi nun auflösen will. Das Kabinett trat zu einer Sondersitzung zusammen, um seine Entscheidung formell zu beschließen. Ob Koizumi noch einmal für das Amt des Regierungschefs kandidiert, ist ungewiss.

Die größte Oppositionspartei, die Demokratische Partei DPJ, will die mögliche Spaltung der Regierungspartei nutzen, um an die Macht zu kommen. Es wäre das erste Mal seit 1993, dass die LDP in die Opposition ginge.