Gott sei Dank gibt es sie noch - die kleinen Ein- oder Zwei-Mann/Frau-Verlage, die sich nicht um das scheinbar Marktgängige scheren, die um den Preis der Selbstausbeutung gute Bücher machen und sich auch der Werke zu Unrecht vergessener Autoren annehmen.

Zum Beispiel den Glotzi Verlag in Frankfurt am Main, dessen Verlagssignet ein grüner Frosch ziert. Er hat sich seit einiger Zeit daranbegeben, das deutsche Publikum mit den Büchern von Ernst Erich Noth bekannt zu machen. Der damals 24-jährige Schriftsteller hatte in der Nacht zum 5. März 1933 Hals über Kopf nach Frankreich fliehen müssen und hier viele interessierte Leser gefunden.

Sein 1934 erschienener Essay Die Tragödie der deutschen Jugend - ein herausragendes Dokument der Zeitgeschichte - kam 2002 im Glotzi Verlag in einer deutschen Erstausgabe heraus. Und nun erscheint hier auch sein Roman Der Einzelgänger, den er im Sommer 1933 unter dem unmittelbaren Eindruck der umwälzenden Ereignisse schrieb. Für Frankreich war Noth eine Entdeckung, lobte das Exilblatt, die Pariser Tageszeitung, 1936. Wie schön, dass wir diesen Autor nun auch entdecken können.