Als alter ZEIT-Leser - sowohl seit Jahrzehnten als auch mit 91 Jahren - beglückwünsche ich Sie. Könnten diese Beiträge doch Augen öffnen! Indessen fürchte ich, dass die Gesellschaft nicht bereit ist zu einem Grundkonsens des Weniger ist mehr. Die Gier des neuen Kapitalismus hat alle angesteckt und opfert uns auf dem Altar des Kommerzes.

Indesssen schlage ich vor, die Serie als Broschüre herauszubringen - eine seriöse Entscheidungshilfe für den 18. September - allein ich hätte erheblichen Bedarf für Nachkommen, Freunde und Bekannte!

ERNST BURDE, BODENWERDER

Kapitalismus als System zu sehen entspringt wohl dem Wunsch, etwas irgendwie personifizieren - und damit verantwortlich machen - zu können. Vielleicht sollte man den Kapitalismus besser als Summe von Regeln verstehen. Dieses nur auf den ersten Blick komplizierte Regelwerk verdankt seinen Erfolg der Tatsache, dass es der Maxime menschlichen Handelns den wenigsten Widerstand entgegenstellt: ICH WILL MEHR, sonst bin ich nicht zufrieden.

Solange die Mehrheit nicht versteht, dass es für jeden selbst den meisten Nutzen bringt, auch an andere zu denken, so lange brauchen wir kapitalistische Regeln, um wenigstens eine halbwegs funktionierende Verteilung von Gütern und Dienstleistungen zu erreichen.

HEINZ BRUNS, BAESWEILER

Der großartige Artikel verdient nachdrücklichste Zustimmung. Die Engführung von neoliberal kapitalistischer Ideologie und Totalitarismus, die er sehr plausibel macht, wirft aber dennoch allerlei Fragen auf, die sein stark auf Identifikation zielender Vergleich offen lässt: