USA Riesig für GottSeite 6/6

Empower heißt diese Gruppe – es ist eine von Dutzenden, die nach dem Gottesdienst in den Konferenzzimmern entlang der unendlich langen Flure verschwinden. Moore ist ein 41-jähriger Anwalt, tief gläubig, ein entschiedener Gegner der Abtreibung sowie der Todesstrafe, wobei ihn Letzteres in der Southeast in eine winzige Minderheit drängt. Er hadert seit Jahren mit dem weltlichen Rechtssystem.

»Biblische Konfliktlösung«, eines seiner Lieblingsthemen, steht an diesem Nachmittag auf der Tagesordnung. Um die 50 Gemeindemitglieder zwischen 30 und 70 Jahren sitzen mit Bibel, Markierstiften und Merkzettelchen an den Tischen. Moore, ein kleiner, ungemein ernster Mann, den man mit Fragen zur Bibelexegese in unendliches Grübeln versetzen kann, erklärt den christlichen Umgang mit Sündern in den eigenen Reihen. »Zuerst zieht man ihn in einem Privatgespräch zur Rechenschaft. Wenn er dann nicht einsichtig ist, zieht man zwei weise Glaubensbrüder hinzu. Wenn das nicht hilft, wendet man sich an die Kirchenführung.«

»Und wenn das nicht hilft?«

»Dann tritt Matthäus 18.17 in Kraft.«

Finger blättern flink durch das Neue Testament. »Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und Steuereintreiber.«

Was das genau für den Sünder heißt, bleibt im Dunkeln, weil ein schwergewichtiger Mittfünfziger protestiert: »Jetzt mal langsam, ich arbeite bei der Steuerbehörde!« Worauf die Diskussion im Chaos untergeht wie eine Tortenschlacht.

»Hat Jesus Heiden und Steuereintreiber geliebt?«

»Man muss den Sünder lieben, sonst landet er erst recht im Dreck.«

»Hört doch auf, die ganze Welt schmeißt die Bibel weg! Seht euch bloß diesen Prinz Charles in England an – heiratet einfach eine Neue!«

»Wir sind alle Sünder – immer schön bescheiden bleiben.«

Die eifrigste Diskutantin ist eine blonde Frau in rot-weiß-blau geblümtem Kleid mit emailliertem US-Fähnchen am Busen. Amy Streible ist nach zwei gescheiterten Ehen von ihrer kleinen Baptistengemeinde in die Southeast Christian Church gewechselt, weil ihr das spirituelle und soziale Netz dort enger geknüpft schien. Sie ist im Laufe der Jahre durch diverse Selbsthilfegruppen und den kirchlichen Wohlfahrtsausschuss gewandert, der finanziell bedrängten Gemeindemitgliedern mit Ratenzahlungen und Arztrechnungen hilft. »Wir sind hier wie eine Familie«, sagt sie und deutet auf ihre Mitschüler, die ihre Bibeln einpacken und sich auf den Weg zum Parkplatz und in den Verkehrsstau machen. »Deswegen kommen die Leute hierher. Weil hier jeder lächelt, wenn man kommt. Das ist wie bei Ihnen in New York. In Ihrer Stammkneipe freut sich doch auch jeder, wenn Sie kommen.«

Jemand kritzelt noch schnell Gebetswünsche an die Tafel: »Betet bitte für Dave und Alan im Irak«. Die Southeast Christian Church verschickt christliche Bestseller aus dem Lebenshilfe-Regal an US-Truppen in den Irak. »Damit wir hier auch was leisten«, sagt Streible. Mehrere Kisten sind bei der Aktion zusammengekommen. Das sei eben der Vorteil einer Megakirche. »Riesig – und immer was los.« Eine gute Vorbereitung. »Im Himmel«, ist sich Amy Streible sicher, »herrscht auch viel Betrieb.«

 
Leser-Kommentare
    • foof
    • 10.01.2007 um 21:38 Uhr

    Giga-, Mega-, Normal- oder Minikirchen - Gemeinschaften, die ein gemeinsames Ziel vor Augen haben: Nach ihrem Sterben mit Gott weiterleben zu können.
    Wir blicken gern auf andere, doch Gott schaut in mein und in dein Herz. Er liebt dich und mich und jeden anderen, deswegen hat er Jesus am Kreuz für unsere Über-tretungen leiden lassen und damit ist unsere Schuld bei Gott beglichen worden.
    Wie gern möchte so macheiner seine Geldschulden (1000 oder 10 000 Euro) auf einen Schlag bezahlt haben. Das was Jesus für uns tat, ist sehr viel mehr wert als Geld. Jesus hat unsere Beziehung zu Gott wiederhergestellt. Gott nimmt uns als seine Kinder an, wenn wir daran glauben, dass Jesus unsere Schuld bezahlt hat.
    Und Gott verspricht uns, dass wir nach dem Tod mit ihm weiterleben dürfen - ist das nicht unfassbar, aber WAHR.
    Und wie sieht es nun mit dir aus - lieber Leser? Wahrscheinlich hast du bereits für dein Alter vorgesorgt und eine Zusatzrentenversicherung abgeschlossen. Doch hast du auch dein Leben versichert? Weißt du was nach dem Tod mit dir passiert?
    Meiner Meinung nach kannst du dir nur dann völlig sicher sein, dass es dir nach deinem Sterben gut geht, wenn du dein Leben Gott anvertraust und an die Vergebung durch seinen Sohn Jesus glaubst.
    Überleg es dir genau? Was hidert dich daran diesen Schritt zu gehen?
    Es geht um dich! Gott liebt dich sehr! Er nimmt dich an, egal wer du bist oder was du getan hast, wenn du ehrlichen Herzens bereit bist dein Leben Gott anzuvertrauen und an ihn und seinen Sohn, Jesus, zu glauben. Sprich doch mal mit ihm in einem Gebet - er wird dich sicher hören.

    'So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eigenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben nicht verloren werden, sondern ewiges Leben haben.'
    Johannes 3,16

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