Im September 2004 wurde die erste Außenstelle der deutschen Botschaft im afghanischen Herat zu einer deutsch-französischen Botschaft befördert. Jetzt soll sie Ende September geschlossen werden - trotz erfolgreicher Arbeit. Vor allem stärkte sie das kulturell-wissenschaftliche Engagement für Afghanistan: Es gibt an der Universität ein von Deutschland gefördertes TV-Studio zur Ausbildung von Journalisten - weiterhin den Annemarie-Schimmel-Lehrstuhl - eine französisch-deutsche Abteilung an der literaturwissenschaftlichen Fakultät in Herat - eine Deutschlektorin mit 120 Hörern. Zur diplomatischen Erfolgsgeschichte gehört außerdem die Restaurierung diverser Mausoleen und der Erhalt der letzten noch nicht zerstörten Synagoge in der Altstadt von Herat. Die Botschaft war auch Basis für vier deutsche Polizeioffiziere, die in der Gegend afghanische Ordnungshüter ausbilden - und sie ist die einzige nicht militärisch geschützte zivile Vertretung der Deutschen in Afghanistan.

Die Diplomaten hier bewegen sich im Lande - im Unterschied zu deutschen Soldaten und Diplomaten in Kabul, Kundus und Faisabad. Noch lässt sich die Schließung rückgängig machen.