Lytton Strachey: General Gordons Ende. A. d.Engl. v.Hans Reisiger, mit einem Nachwort von Reinhard Blomert - Berenberg Verlag, Berlin 2005 - 144 S., 19,- e.

Ein Begabter.Exzentriker.Viel zu früh Gestorbener.Damit enden die Parallelen zwischen Charles George Gordon, Generalgouverneur des Sudans, puppengesichtiges Zentrum eines imperialen Skandals, 1885 in Khartoum im Dienste Ihrer Majestät Königin Victoria von Arabern hingemetzelt, und seinem Biografen Lytton Strachey, Pazifist, Unterhaltungskünstler der legendären Bloomsbury-Gruppe, 1930 von einem Magenkarzinom dahingerafft.Stracheys kleine Biografiensammlung Eminent Victorians verbrei tete seinen Ruhm über die Freunde, Virginia Woolf, Meynard Keynes, Roger Fry, hinaus zu Recht.Gordons Porträt, das Herzstück der Sammlung, ist scharfsinnig dahingeplaudert, eine höchst amüsante Studie hoch politischer Räuberpistolen, absurder Schicksalskrümmungen, natürlich ironisch pointiert.Quellen?Egal. Jahreszahlen?Ach was.Jedenfalls elegant übersetzt und so wundervoll gesetzt, gedruckt und gebunden, dass man das Buch gar nicht aus der Hand legen mag.Nur noch einmal durchblättern!

Bozena Nflmcová: Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern. Drei Brief-Entwürfe.Aus dem Tschechischen übersetzt und mit einem Nachwort von Susanna Roth - Friedenauer Presse, Berlin, 31 S., 9,50 e Eine berühmte Dichterin.Aus einer schrecklichen Ehe flüchtend, auf den Tod erkrankt.Bozena Nflmcová setzt 1861 in diesen Briefen an einen Freund drei Mal an zu hochnotpeinlicher Rechtfertigung ihrer Lage, es sind Hilfeschreie, Zeugnisse von Verlorenheit.Nur ein Lichtblick, im Garten bei Freunden - pflückten für mich gelbe und rote Himbeeren und Johannisbeeren . .. und es gab wahrhaftig noch so viele schöne und süße, dass ich davon satt wurde.