Wüste PläneSeite 2/2
Seit 20 Jahren beobachtet Enrique Fuentes, wie gegen das Gesetz von 1985 neue Brunnen geschlagen werden und wie der Wasserdruck in den traditionellen Kanälen fällt. Fuentes vertritt mehr als 3000 regantes , das sind Landwirte mit alten Rechten zur Bewässerung der eigenen Anbaufläche. Manche Quellen, sagt er, seien inzwischen komplett versiegt, andere haben sich in stehende Tümpel verwandelt, wieder andere müssten durch Brunnen ersetzt werden.
»Die Region verbraucht jährlich zweieinhalbmal so viel Wasser, wie sie selbst auf Dauer hergibt«, sagt Julia Martínez. Was fehlt, soll weiterhin die Nachbarprovinz nachfüllen. Mit dem Slogan »Wasser für alle!« versuchen die Regionalpolitiker, die Madrider Zentralregierung dazu zu bringen, die Zuleitung von weiteren hundert Hektokubikmetern bis Oktober über den Tajo-Kanal aus der Provinz Castilla-La Mancha in die Wege zu leiten. Dort aber leistet man Widerstand, denn auch in Castilla-La Mancha steigt der Wasserverbrauch.
Bis vor kurzem hoffte die Regionalregierung in Murcia auf ein monumentales Projekt, mit dem sich einst die Regierung Aznar in Szene zu setzen suchte: eine Nord-Süd-Umleitung des Ebro-Wassers aus den Pyrenäen gen Andalusien und Murcia. Doch der gigantische Plan ist nach dem Wahlsieg der Sozialisten im vergangenen Jahr wegen ökologischer Bedenken erst einmal gekippt worden. Nun soll die nationale Wasserpolitik im Geiste der Nachhaltigkeit neu ausgerichtet werden. Eine Langzeitstrategie gegen die anhaltende Dürre steht bisher freilich aus. Sie müsste womöglich auch das Umweltbewusstsein eines ganzen Volkes auf Vordermann bringen.
- Datum 04.08.2005 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 04.08.2005 Nr.32
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