Wasser Wer das Wasser hat, hat die MachtSeite 3/3
Der Mensch sei aber noch weit davon entfernt, seine Wirtschaftsweise »in die natürlichen Kreisläufe einzuschreiben«, stellt Roland Schaeffer in einem neuen Buch über Die Zukunft der Infrastrukturen fest. Es gibt einen gigantischen Nachholbedarf in Bezug auf Wassersparsysteme oder Wasserpreise, die je nach Verbrauch und sozialer Lage gestaffelt sind; bei der Trennung von Trink- und Brauchwasser; bei sparsamen Bewässerungsmethoden und wassersparenden Trenntoiletten, die es ermöglichen, Nährstoffe in die Landwirtschaft zurückzuführen.
Vor allem gelte es, fordert Wilhelm Ripl, erneuerbare Energien zu nutzen und weltweit in einem »unglaublich mühsamen Umkehrprozess« die Landwirtschaft in wieder hergestellte lokale Ökosysteme einzubinden. In Australien, Indien, Äthiopien, auch im Niger gelingt es punktuell, mit gezielten Aufforstungs- und Anbauweisen sowie Techniken der Regenwasserernte die Wüste wieder zu begrünen.
»Wird die Verfügbarkeit von Wasser ein Hemmnis für das Erreichen der Zielvorgaben werden?«, fragt im Vorfeld des Millenniums-Gipfels der Weltwasserentwicklungsbericht der Vereinten Nationen. Die Antwort klingt bedrohlich undiplomatisch: »Wir wissen es nicht.«
- Datum 04.08.2005 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 04.08.2005 Nr.32
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Die Ökologie bräuchte Vorrang, meint also Wilhelm Ripl und stellt damit das Konzept der Nachhaltigkeit in Frage. Dabei scheint es bei der Betrachtung all der Dargestellten Wasserprobleme klar, dass ein Nachhaltigkeitskonflikt zwischen den Interessen von Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft vorderhand immer zugunsten Ökonomie entschieden wird. Ripls Forderung ist also nicht gesellschaftsfähig, stellt die Umweltlobby ins Out und öffnet somit Tür und Tor für das sterile Skelett, das Plinius als Hinterlassenschaft der fruchtbaren griechischen Landschaft beklagt.
Sehen wir Umweltmenschen also die Ökonomie als die kürzerfristige Ökologie und stellen wir die an Wassermangel leidenden Menschen nicht hintan! Eine Möglichkeit dazu ist die Durchführung von Nachhaltigkeits-Assessments bei Infrastrukturvorhaben, um Umwelt, Wirtschaft und Soziales zu integrieren. Die Arbeitsgruppe Humanökologie (www.humanecology.at) der Uni Wien arbeitet zurzeit an einer effizienten Methode dafür.
Vielleicht finden Herr Ripl und ähnlich Denkende doch noch Gefallen am Nachhaltigkeits-Konzept?!
Ripl ist also nicht gesellschaftsfähig, weil er nicht politisch konsensfähig die ewige Mühle vom Konsens aus Ökologie, Ökonomie usw. predigt sondern hinterfragt, wo die Basis unserer Gesellschaft liegt?
Erklären Sie mir doch einmal eine Gesellschaft ohne funktionierendes Tragwerk, also eine Natur, die uns fruchtbare Böden, sauberes Wasser und ein ausgeglichenes Klima zur Verfügung stellt.
Bis heute hat die Menschheit es nicht vermocht, ohne Natur zu leben und sie wird dies niemals schaffen. Sich hingegen an natürlichen Notwendigkeiten und Gesetzmäßigkeiten zu orientieren und dementsprechend nachhaltige Wirtschaftsweisen zu entwickeln, dass wäre ein Oberziel der nachhaltigen Entwicklung.
Dass diese Entwicklung nicht geradlinig verläuft und dass in der politischen kurz- und mittelfristigen Entscheidungsfindung ein Konsens unter Berücksichtigung sozialer, kultureller und ökonomischer Faktoren notwendig ist, bestreitet niemand, auch nicht Ripl.
Ihr Kommentar hingegen ist tönern und lässt Tiefgang vermissen. Sie polarisieren, ohne auch nur ein (!) inhaltliches Argument anzuführen.
Es sei denn, sie zeigen uns Lesern Modelle einer Gesellschaft auf, die ohne funktionierende natürliche Basis existieren kann. Können Sie dies nicht, so bleiben sie den Beweis schuldig, dass Ripl falsch liegt. Und da wären Sie nicht der erste...
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