In einer Videobotschaft im Fernsehsender al-Dschasira hat die Nummer Zwei der al-Qaida, der Ägypter Ayman al-Zawahiri, neue Anschläge mit "Hunderttausenden von Toten" angedroht. "Unsere Botschaft ist klar und abschließend: Es wird keine Erlösung geben, bis ihr aus unserem Land abzieht und aufhört, uns unser Öl und andere Ressourcen zu stehlen und ungläubige Herrscher zu unterstützen", sagte al-Zawahiri an die Adresse Londons und Washingtons.

Gleichzeitig machte al-Zawahiri die Außenpolitik des britischen Premierministers für die jüngsten Serien von Anschlägen in London verantwortlich. "Blair bringt Zerstörung ins Zentrum von London und wird weitere Zerstörung verursachen, wenn er seine Politik fortsetzt", sagte er in Anspielung an den Irak-Einsatz der Briten weiter.

Der gelernte Arzt erinnerte die USA und Großbritannien daran, dass bin Laden ihnen im Gegenzug für einen Abzug ausländischer Truppen aus muslimischen Ländern eine Waffenruhe angeboten habe. "Am Ende werdet ihr (aus Irak und Afghanistan) abziehen, aber zuvor wird es noch Hunderttausende von Toten geben." Ob das Band echt ist, war zunächst unklar.

Konkrete Hinweise auf neue Anschläge gab es laut der britischen Polizei am Donnerstag nicht. Viele Londoner hatten dennoch mehr Angst als sonst, da die beiden Anschlagsserien jeweils an einem Donnerstag verübt worden waren. Vor allem auf U-Bahnhöfen und Eisenbahnstationen im morgendlichen Berufsverkehr zeigten teils bewaffnete Polizisten Präsenz, um die Menschen zu beruhigen. Zudem mischten sich offiziellen Angaben zufolge Zivilfahnder unter die Millionen Pendler.

Unterdessen hofft Scotland Yard weiter auf die Auslieferung eines in Rom gefassten mutmaßlichen Rucksackbombers. Die Verhandlung über die Auslieferung des Äthiopiers Hamdi Adus Issac, der am 21. Juli einen Anschlag auf eine U-Bahn in London geplant haben soll, wird am 17. August stattfinden. Dies habe ein römischer Richter entschieden, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa.