Iran hat seine Atomanlage in Isfahan wieder in Betrieb gesetzt. Wie mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend berichten, soll am Montag die Versiegelung der Anlage durch die Internationale Atomenergiebehörde gebrochen worden sein. Die Urananreicherung sei unter Aufsicht der Internationalen Behörde wieder aufgenommen worden, wird der Vorsitzende der Atomenergieorganisation Irans zitiert. Am Montagmorgen waren internationale Beobachter nach Isfahan gereist, um dort weitere Überwachungskameras zu installieren.

Iran riskiert mit diesem Vorgehen, dass sein Atomprogramm Gegenstand der Verhandlungen des Weltsicherheitsrats wird. Die Europäische Union hatte Iran zuvor mit dem Abbruch des Dialogs gedroht, sollte die umstrittene Anlage ihre Arbeit  wieder aufnehmen. Noch am Montagmorgen hatte die Bundesregierung an Teheran appelliert, die jüngsten EU-Vorschläge "ernsthaft und sorgfältig" zu prüfen. Sie enthielten die Perspektive für eine umfassende Zusammenarbeit in politischer, wirtschaftlicher und technologischer Hinsicht, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts: "Wir hoffen, dass der Iran hier keiner Fehlkalkulation unterliegt."

Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) sprach sich zudem abermals für ein enges gemeinsames Vorgehen der Europäer mit den USA im Fall Iran aus. Nur so könnten die Nuklearpläne Teherans wirksam beschränkt werden, sagte der Minister am Montag in New York. Er erwarte von der iranischen Führung "objektive Garantien". Dazu gehörten verbindliche Zusagen über eine rein zivile Anwendung der Atomenergie sowie der Verzicht auf die vollständige Nutzung des Brennstoffkreislaufs und auf ein Nuklearprogramm. Nach seinen Worten gibt es Einigkeit zwischen Berlin und Washington, dass weitere Atommächte "destabilisierende Auswirkungen" auf die internationale Sicherheit zur Folge hätten.

Der Vorschlag der so genannten EU-3 - Deutschland, Großbritannien und Frankreich - billigt Iran die friedliche Nutzung der Atomenergie zu, solange der nukleare Brennstoff hierfür vom Westen bereitgestellt wird. "Wir sind der festen Überzeugung, dass der Vorschlag der EU-3 eine gute Grundlage für weitere Gespräche auf dem Weg zu einer Übereinkunft darstellt, die den berechtigten Interessen beider Seiten gerecht wird", sagte der Außenamtssprecher.

Iran hat der EU am Morgen seine Antwort auf diese Vorschläge übergeben. Dazu wurden die Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens am Mittag ins Außenministerium bestellt. Iran hatte schon in den vergangenen Tagen mehrfach signalisiert, dass das Land das europäische Angebot ablehnen werde.