Die Entscheidung Irans, Teile seiner Atomanlage bei Isfahan wieder in Betrieb zu nehmen, hat bei der UN-Atombehörde (IAEO) in Wien hektische Bemühungen um eine kritische Resolution ausgelöst. Stunden vor Beginn der bereits auf den Nachmittag (15.00 Uhr) verschobenen Sitzung des so genannten Gouverneursrats waren EU-Diplomaten am Dienstag bemüht, die Zustimmung aller 35 Mitglieder des wichtigsten Entscheidungsgremiums der Internationalen Atomenergie-Organisation zu gewinnen. Es gilt als ausgeschlossen, dass das Gremium den "Fall Iran" schon auf dieser von der EU einberufenen Sondersitzung an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen überweist.

Die iranische Regierung erklärte am Dienstag, sie sei zur Fortsetzung der Verhandlungen mit dem so genannten EU-Trio, Deutschland, Frankreich und Großbritannien, über ein umfassendes Kooperationsabkommen bereit. Teheran hatte am Vortag die Vorschläge der EU für ein solches Abkommen schroff zurückgewiesen und Teile der Uranumwandlungsanlage bei Isfahan wieder aufgenommen. Dabei wurden jedoch nur solche Bereiche geöffnet, die im vergangenen Dezember nicht von IAEO-Inspekteuren versiegelt worden waren.

Der Sprecher des Höchsten Nationalen Sicherheitsrats, Ali Akamohammadi, kündigte inzwischen an, Iran werde die Urananreicherung in der Atomanlage Natans nicht wieder aufnehmen. Dies hatten EU-Diplomaten am Montag als ihre "Rote Linie" für die Fortsetzung des Dialogs mit Teheran bezeichnet, die nicht überschritten werden dürfe.

Derweil mehren sich im UN-Hauptquartier in New York die Stimmen, die von einer Einschaltung des Sicherheitsrates ausgehen. Amerikanische Diplomaten würden bereits eine Resolution zur Verurteilung Teherans ins Gespräch bringen, hieß es in UN-Kreisen. Danach könne die Verhängung von Sanktionen folgen.