Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat das Kanzleramt als einen "Parcours der Künste" und als ein "Haus mit offenem Geist" gewürdigt, zu dem viele Künstler und Sammler ihren Beitrag leisteten. "Wir wollen an der Kunst in diesem Haus festhalten, auch an dem Haus übrigens, damit das völlig klar ist", sagte Schröder am Montag, als ihm vom Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Peter-Klaus Schuster, das erste Exemplar des Bildbandes Die Kunst im Bundeskanzleramt überreicht wurde. Der großformatige Band dokumentiert die zahlreichen im Kanzleramt ausgestellten Bilder und Skulpturen, unter anderem von Eduardo Chillida, Georg Baselitz, Rainer Fetting, Karl Schmidt-Rottluff, Strawalde, Bernhard Heisig, Markus Lüpertz, Ernst Ludwig Kirchner, Neo Rauch und Pablo Picasso. "Ein Land, das so viele bedeutende Kunst in seiner Regierungszentrale hat, kann gar nicht in die Irre gehen", sagte Schuster, worauf der Kanzler erwiderte: "Dass das Land nicht in die Irre geht, dafür werden wir sorgen."Laut Schuster wird den Mitarbeitern und Besuchern im Kanzleramt mit den Kunstwerken auch eine "Ästhetik des Widerstands" vor Augen geführt. "Und welche Regierungszentrale ist so wagemutig in den Künsten?" Der zweisprachige Bildband stelle das Kanzleramt nicht nur als einen zentralen Ort der Politik und ein Monument einer bedeutenden Architektur vor, sondern auch als einen zentralen Ort der Kunst. Das Kanzleramt sei, durch begleitete Führungen auch der Öffentlichkeit zugänglich, ein Ort, "wo sich das moderne Deutschland zu den ganz unterschiedlichen Kunstformen einer internationalen Moderne bis hin zum unmittelbar Zeitgenössischen bekennt" und wo Geist und Macht nicht mehr getrennt und die Künste willkommen seien.