Abermals muss die amerikanische Weltraumbehörde Nasa den Start einer ihrer Weltraummissionen wegegn technischer Probleme verschieben: Die Sonde "Mars Reconnaissance Orbiter" muss noch bis Donnerstag am Boden bleiben. Die Nasa teilte mit,  Techniker müssten noch ein weiteres Mal verschiedene für den Start wichtige Mechanismen an der Atlas-V-Trägerrakete überprüfen.

Die Nasa schaut mit dem Projekt ein weiteres Mal gen Mars. Hauptziel der rund 720 Millionen Dollar (584 Millionen Euro) teuren Mission ist die Suche nach geeigneten Landeplätzen für Roboter und Menschen auf dem Mars. Nach dem Willen von Präsident George W. Bush sollen neu zu bauende Raumfähren spätestens im Jahr 2020 vom Mond aus zum Mars aufbrechen.

Die neue Sonde heißt "Mars Reconnaissance Orbiter" , kurz MRO. Die Nasa beginnt damit einen fünfjährigen wissenschaftlichen Generalangriff auf den Nachbarn der Erde. Der MRO wird mehr Daten über den Roten Planeten liefern als alle bisherigen Mars-Missionen zusammengenommen. Am 10. März kommenden Jahres soll die Sonde in eine Umlaufbahn um den Mars einschwenken und im November die wissenschaftliche Arbeit beginnen. An Bord befindet sich die größte hochauflösende Kamera, die von der Nasa je ins Weltall geschickt wurde. Diese megascharfen Augen können aus einer Höhe von 255 bis 320 Kilometer selbst Gesteinsbrocken von der Größe eines Schreibtischs ausmachen.

Der Mars ist nach den Worten von Nasa-Wissenschaftler Michael Meyer vor allem deshalb so attraktiv, weil er der Erde relativ nah ist und auch das Potenzial für Leben haben könnte. Deshalb werde auch nach möglichen Wasser- und Eisvorkommen unter der Mars-Oberfläche gesucht. Zentrale wissenschaftliche Fragen in der Mars-Forschung sind noch ungelöst: Gab es dort Leben? Kann es jemals einen menschlichen Außenposten auf dem Roten Planeten geben? Liefert der Mars nützliche Hinweise auf den Klimawechsel?

Fest steht nach bisherigen Mars-Missionen, dass die Oberfläche an vielen Stellen durch Wasser geformt wurde. Für Aufsehen sorgte zuletzt eine Spezialkamera an Bord der europäischen Sonde "Mars Express", die nahe dem Nordpol einen großen Krater mit Wassereis aufgenommen hat. "Im Zentrum des etwa 35 Kilometer durchmessenden Kraters sticht das weiße Wassereis deutlich hervor", teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln mit.

Auch für die Nasa geht es um das Wasser. Wo und wie lange war es vorhanden und gibt es heute noch feuchte Stellen, an denen Leben möglich ist? Wissenschaftler vermuten, dass es vor Milliarden oder Millionen von Jahren vor Mikroben auf dem Mars gewimmelt haben könnte, als dieser noch wärmer und feuchter war.

Einschließlich der Startkosten investiert die Nasa nach eigenen Angaben 720 Millionen Dollar (584 Millionen Euro) in ihr neuestes Mars-Projekt. Der Einsatz der Sonde, die sechseinhalb Meter hoch ist und im Durchmesser drei Meter dick, ist bis 2010 geplant.