Der Verlagskonzern Axel Springer hat sich am Donnerstag mit den Eigentümern der Fernsehsendergruppe ProSieben Sat 1 Media darauf geeinigt, dass der Verlag die Stammaktien des TV-Konzerns bis zum Herbst komplett übernimmt. Das teilte proSieben Sat1 am Freitag mit.

Zuvor schon hatten das Wall Street Journal und die Financial Times Deutschland übereinstimmend berichtet, der Zeitungskonzern werde den Aktionären der Fernsehgruppe ein Übernahmeangebot machen. Springer wird nach der getroffenen Vereinbahrung die Stimmrechte in der ProSieben Sat 1 Media AG zu hundert Prozent kontrollieren. Schon heute hält das Verlagshaus zwölf Prozent an der Fernsehgruppe. Unklar ist noch der genaue Kaufpreis. Er soll bei zwei Milliarden Euro liegen.

Den Besitzern von Vorzugsaktien des Fernsehkonzerns bietet Springer an, die Papiere zu einem Stückpreis von 14,10 Euro zu kaufen. Insgesamt will der Konzern 25 Prozent der Vorzugsaktien erwerben. Springer plant, die beiden Unternehmen auf lange Sicht miteinander zu verschmelzen. Dann entstünde eines der größten integrierten Medienunternehmen in Europa. "Durch den Zusammenschluss soll der einzige börsennotierte Medienkonzern in Deutschland entstehen, der sowohl im Print- als auch im TV-Geschäft tätig ist", heißt es in der Erklärung von ProSieben Sat1.

Auf dem deutschen Markt schließt Springer damit zum Bertelsmannkonzern auf, der sowohl die Mehrheit an RTL hält als auch den Zeitschriften- und Zeitungskonzern Gruner und Jahr kontrolliert.

Der amerikanische Investor Haim Saban, der die Mehrheit an ProSieben Sat 1 hält, will sich wohl nicht zurückziehen, sondern seine Aktien in Springer-Papiere tauschen. Saban hatte die Fernsehsender von Leo Kirch übernommen. Der Wert von ProSiebenSat.1 hat sich seither verdoppelt.

Kritiker der Übernahme sehen in dem Zusammenschluss eine Konzentration konservativer Medienmacht. Schon heute erreichen die Zeitungen des Springer Konzerns nach Verlagsangaben 35 Millionen Menschen am Tag.