Schwere Unwetter haben in den vergangenen Tagen weite Landstriche Bulgariens verwüstet. Sechs Menschen starben in den Überschwemmungsgebieten. Besonders der nördliche Teil des Landes um die Hauptstadt Sofia war betroffen, aber auch einige Gebiete in der Nähe der südlichen Grenze. In zwei Regionen und 22 Gemeinden rief die Regierung den Notstand aus. Insgesamt 10.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Zahlreiche Hühner, Schweine, Kühe, Pferde und Schafe ertranken in der Wasserflut.

Uwe Breininger, Geschäftsführer der Deutschen Humanitären Stiftung (DHST), hält sich mit sechs Helfern in Smolian auf. Die südbulgarische Bergstadt war von einem besonders schweren Gewitter getroffen worden. Der Regen ließ erst nach fast 24 Stunden nach. "Alle Straßen, die aus der Stadt führen, wurden zerstört oder verschüttet. Wir waren von der Außenwelt abgeschnitten", berichtete Breininger ZEIT online.

Dialysepatienten von Versorgung abgeschnitten

In der Stadt wurden 200 Häuser zerstört; einige Dörfer des Umlandes sind nach wie vor nicht erreichbar. 15 Dialysepatienten, die alle zwei Tage eine Blutwäsche benötigen, konnten kein Krankenhaus erreichen. Auch die Trinkwasserversorgung brach zeitweise zusammen. Zudem gab es zu wenig Lebensmittel.

Mittlerweile befreien Einheimische und Helfer die wichtigsten Straßen zumindest teilweise vom Geröll. Wo sie ganz weggebrochen sind, werden Teile vom Berghang abgetragen, sodass Autos und Pferdekarren wieder über notdürftige Sandpisten fahren können.

"Wir sind auf uns gestellt"

"Wir sind auf uns gestellt. Einen Katastrophenschutz gibt es hier nicht", konstatiert Breininger. Auf einer Seite im Internet berichtet er über die Katastrophe und hofft nun auf Spenden.

Auch der Rest des Landes leidet. Brücken stürzten ein, Zugstrecken wurden unterbrochen. Etliche Landstraßen und Teile der wichtigsten Autobahn des Landes, die nach Warna am Schwarzen Meer führt, waren nicht befahrbar. Der Chef des Bürgerschutzes, General Nikola Nikolow, bezifferte die entstandenen Schäden auf mehr als 255 Millionen Euro.

Zwei Zentimeter große Hagelkörner