Familie Keine PrivatsacheSeite 3/3

Wie erreicht man, dass Auszeiten nicht die Karriere hemmen?

Die Autoren halten die Einführung einer Nationalen Familienkasse auch in Deutschland für sinnvoll – um die zentrale Bedeutung der Familienförderung zu betonen, aber auch, um mehr Transparenz in die vielfältigen deutschen Familienleistungen zu bringen: »Die jüngsten arbeitsmarkt- und familienpolitischen Reformen folgen keinem eindeutig erkennbaren beziehungsweise einheitlichen familialen Leitbild und sind nur in geringem Umfang koordiniert«, heißt es im Familienbericht. Das klingt ein wenig beunruhigend bei einem Leistungsvolumen, das sich nach Berechnungen der Bundesbank auf 150Milliarden Euro im Jahr addiert.

Anzeige

Wie kann man erreichen, dass sich auch die Wirtschaft für das Gedeihen der Familien zuständig fühlt? Etwa indem sie Rücksicht auf Zeitbedürfnisse von Eltern nimmt und familienbedingte »Auszeiten« nicht als Karrierehemmnisse wertet? In vielen Gesprächen und gemeinsamen Aktionen mit Wirtschaftsverbänden hat sich die Bundesfamilienministerin darum bemüht, ein entsprechendes kulturelles Klima zu schaffen. Es mag – weil es offizielle Vertreter als Ansprechpartner gibt – selbst in wirtschaftlich schweren Zeiten leichter zu erwirken sein als die millionenfachen Verhaltensänderungen bei den Männern, die Voraussetzung für die notwendige neue Arbeitsteilung in den Familien wären.

Eine verpflichtende »Sozialzeit«, die »insbesondere der nachwachsenden Männergeneration vielfältige Erfahrungsfelder fürsorglicher Praxis« erschließen könnte, wie sie die Autoren des Familienberichts vorschlagen, scheint einstweilen allerdings ein Lösungsvorschlag der allerunwahrscheinlichsten Sorte zu sein.

 
Leser-Kommentare
  1. Wie soll ich da sachlich bleiben?

    Wir schaffen es nicht für die paar Kinder anständige Betreuung, gute Schule, gefährdungsfreien Film-, Spiel- und Fernsehgenuss,Lernmittelfreiheit und chancengleichen Zugang zu Bildung und die berühmte Ausbildung nach dem dualen System, die bereits mehr Legende als Realität ist, sicherzustellen. Eine konservative Regierung, die über 16 Kohl-Jahre die Familien entgegen höchstrichterlicher Rechtsprechung vorsätzlich steuerlich benachteiligt hat. Für den Nachfolger: Familienpolitik "Gedöns".

    Und jede Menge: S-Klasse, Maybach, Dritt-Villa in Spanien und z.B. einen Stundenlohn von wohlwollend geschätzt etwa 5000,- Euro für einen der bekannteren von zahlreichen unverschämten Bankvorstehern im Land.

    Man könnte sagen: Wir "konsumieren" unsere Zukunft. Na und? Geschieht uns nicht Recht so?

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service