nahost Der Embryo-StaatSeite 4/4

Solange die Hamas aber weiter auf ihrem riesigen illegalen Waffenlager sitzt, das sie sich in den vergangenen Jahren fleißig angelegt hat, bleibt sie eine unberechenbare Gefahr. Abbas weiß nur zu gut, dass diese Waffen nicht nur Israel bedrohen, sondern auch gegen seine Regierung gewendet werden können. Noch fehlt dem Präsidenten der Mut, der Hamas die Gewehre und Bomben zu entwinden.

Zumindest äußerlich aber ist nun Ordnung nach Gaza zurückgekehrt. Uniformierte Polizisten patrouillieren auf den Straßen. Sie verteilen Strafzettel an Verkehrssünder, die sich erst wieder an solche Maßnahmen gewöhnen müssen und sie deshalb nicht sonderlich ernst nehmen. Nach fünf Jahren Intifada-Chaos haben es die Ordnungshüter schwer. Bei einem ihrer jüngsten Einsätze gegen die Hamas waren sie sogar maskiert losgezogen, um sich und ihre Familien vor Racheakten zu schützen.

Manchmal scheint es so, als kokettiere der Präsident fast mit seiner Schwäche. Aber natürlich hängt nicht alles allein an ihm. Wie es in Gaza weitergeht, darüber werden neben der Hamas noch andere mitbestimmen, allen voran Israels Premier Ariel Scharon und die gesamte israelische Gesellschaft. Bestehen die Palästinenser den Test in Gaza, wird der interne und internationale Druck auf die Jerusalemer Regierung steigen, endlich direkte diplomatische Verhandlungen mit Mahmud Abbas aufzunehmen. Dass diese aber schon bald in einem umfassenden Friedensabkommen münden könnten, ist eher unwahrscheinlich.

Dazu liegen die Positionen in den großen Streitfragen – etwa die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge, die Zukunft Jerusalems und die Grenzen eines palästinensischen Staates – zu weit auseinander. Und verlagert die Hamas ihren Kampf nach dem israelischen Abzug aus Gaza auf das Westjordanland und lenkt sie ihre Raketen in das Herz Israels, wie es manche befürchten, dann könnte Scharons parteiinterner Rivale, der Scharfmacher und Gegner des Gaza-Abzugs Benjamin Netanjahu, bald nach dem Amt des Premiers greifen.

Während die Israelis ihren Teil des Checkpoints Eres in einen zivilen Grenzübergang verwandeln, ist auf palästinensischer Seite bislang noch fast alles beim Alten geblieben. Nach wie vor notieren hier uniformierte Palästinenser in einen großen Block, wer ihr Territorium betritt oder verlässt. Es gibt keine Computer, keine Stempel und keine Baustellen, die auf einen künftigen Grenzposten hindeuten. Aber auch das wird sich wohl bald ändern.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich habe mir einmal in einem anderen Zusammenhang die Bevoelkerungsdichte des Gaza-Streifens ausgerechnet. Hochgerechnet auf die ehemahlige DDR muessten ca. 467 Millionen Menschen in den 5 neuen Bundeslaendern Platz finden, fast sechsmal soviel wie jetzt in Deutschland ueberhaupt leben (oder saemtliche Kanadier und U.S.-Buerger in Indiana, das etwas kleiner als die ehemalige DDR ist). Kann sich das jemand vorstellen? Wo koenne die Menschen im Gaza-Streifen Arbeit, Ausbildung, Wasser- und Abwasserversorgung finden?

  2. Gaza Stadt und die periphere Enklave,umzingelt von friedliebenden Mächten mit Brüdern in Washington und Teheran,hat schwere Zeiten hinter sich und noch viel kompliziertere Zeiten vor sich.

    Alle wollen Maximallösungen auf dem Frühstückstisch serviert bekommen und bitte,keine Reste.

    Israel hat seine Daseinsberechtigung aus der Shoa und dem Holocaust-das ist unbestritten.Im Westen wie auch im Osten.
    Die Bibel wie auch der Koran sprechen hier von einer Abstammungsline,welcher beider Völkersich eigen sind.
    Warum wollen sich Brüder und Schwestern eigentlich so zerstören?

    Die Palästinenser sind getriebene ihrer eigenen Sache,von Führern dubiosen Leumundes mit vielversprechenden Absichten,einen Staat zu gründen,mit der tieferen Absicht aber,den (politischen,geographischen)Gegner zu töten.
    Begründet aus der Besatzungszeit der Franzosen in Syrien und der Engländer in Ägypten.

    So,wie es sich jetzt gibt,ist es für Israel unbefriedigend und für die Palästinenser langfristig unmöglich,ihr dasein
    langfristig zu behaupten.
    Es sind so viel Fragen unbeantwortet und deren(mögliche)Lösung von anderen(Mächten)aus politischen und taktischen Sachzusammenhängen verzögert oder gar sabotiert worden.

    1. Der Gaza Streifen muss mit dem Kernland der (ehemaligen)Westbank Jordaniens in eine verbundene Einheit verschmolzen werden-wie auch immer.

    2.Die Städte und Dörfer in dem Jordantal muss eine zussammenhängende Einheit bilden.Sonst funktioniert dieses Land Palästina nicht-bestimmt!

    3.Die Energieversorgung von Wasser und Strom muss von Palästina selbst bestimmt werden und die Gelder aus Europa und der BRD müssen zweck gebunden vergeben werden und beaufsichtigt werden,dass diese nicht auf Nummernkonten in den Kaiman Islands verschwinden oder für diobiose Gehaltszahlungen über Nacht in ein Land mit einer Clique von $-Millionären verwandelt,die in Mercedes 12-Zylinderpanzerlimosinen durch die Gegend kutschieren.

    Schulen und bereits gebaute Krankenhäuser müssen sich selbst verwalten können und benötigen eigene,autonome Etats!
    Keine Almosen der Palästinenser Bosse!

    Israel muss das internationale Seerecht akzeptieren und für Gaza eine internationale Seestraße dafür freihalten.Was Israel mit der Seeblokade zur Zeit anstellt,ist im Sinne der UNO einfach formuliert: Internationale Piraterie!

    Der Airport muß wieder aufgebaut werden und das internationale Luftverkehrsabkommen von Warschau muß von Jerusalem anerkannt werden-ohne Ausnahme.

    4. Die vielen Geheimdienste von ehemals Arafats Gnaden müssen aufgelöst werden und die Waffen eingesammelt werden.
    Dazu gehören auch die 12 tonnen Plastiksprengstoff und Trinituluol,die Arafat 1993/1994 in der Tchechei eingekauft hatte.(Von deutschen Geldern).

    Hamas und Hisbollah muß unmissverständllich klar gemacht werden,das Krieg und Gewalt keine Lösung der territorialen und menschlichen Probleme im heiligen Land für beide Seiten bedeutet.Weder jetzt ,noch in Zukunft.

    Dazu gehört letzendlich,daß auch Palästina die gleichen Handelsprivilegien von der EU und der BRD erhält,wie sie Israel seit 1956 und dem Lome IV Abkommen,zugestanden bekommen hatte.
    Die (Elends)-Lager im Libanon mit ihrer pseudo Autarkie müssen aufgelöst werden und die Menschen in die Bevölkerung jenseits des Jordan integriert werden.

    Den Zögerern Potomac sei ins Stammbuch geschrieben,daß diese viel internationale Abenteuer bestritten und auch viel davon verloren haben.Aus der Geschichte lernen heisst,für die zukunft gewappnet sein,es sei denn ,man ist ein Betonkopf und will die Zeichen der Zeit nicht deuten oder verstehen lernen.Das hat die Nomenklatura in Moskau vor Gorbatschow auch so getan....

    Den Bandstiftern in Teheran sei gesagt,das,wer das Schwert erhebt,gefahr läuft,durch selbiges getötet zu werden.Israel ist willens und auch bereit,diese Drohung aus Teheran sehr ernst zu nehmen.Die Waffen hat Israel im März 2005 von den USA erhalten.

    Es dürfte dann nur noch ein Frage der Zeit oder der Kausalität implizieren,wann dieses Schwert niederfährt.
    Wie das funktioniert,hatten wir 1996 im Irak erleben können.

    Es währe für uns alle sehr bedauerlich,wenn Palästina darunter leiden müsste....

    Oldenburg,den 27.10.2005 Hilmar KLuß

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