Organspende Nieren im NetzSeite 4/4

In dieser Legislaturperiode wird es ohnehin nichts mehr mit der Pooling-Spende in Deutschland. Die Enquete-Kommission des Bundestags Ethik und Recht in der modernen Medizin empfahl im März in einem Zwischenbericht Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, keine solche Änderung des Gesetzes anzustreben. »Wenn die Selbstschädigung nicht unmittelbar einem Familienmitglied oder einer besonders nahe stehenden Person zugute kommt, ist sie ethisch nur schwer zu rechtfertigen«, heißt es dort. Und: »Gerade die anonyme Spende kann auch auf einem überzogenen Helfersyndrom beruhen und psychopathologische Hintergründe haben.«

Kann es sie überhaupt geben, die Menschen, die ohne jeglichen persönlichen Nutzen an einen völlig Fremden einen Teil ihres Körpers verschenken und dabei womöglich ihre eigene Gesundheit riskieren? »Ich glaube schon«, sagt der Ethiker Arthur Caplan. »Aber diese Zahl wird sehr gering sein.« Immerhin, jedes gerettete Leben zählt.

An den Altruismus von Smitty, dem Internet-Spender aus Tennessee, mag die amerikanische Presse aber inzwischen nicht mehr so recht glauben. Zwar beteuerte er den Reportern kurz nach der Transplantation in unzähligen Interviews, er wolle einfach nur Gutes tun. Aber zwei Wochen nach den spektakulären Auftritten kam er wegen unterlassener Unterhaltszahlungen für sein Kind ins Gefängnis – wenig später kaufte ein anonymer Wohltäter ihn frei.

 
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