Nahost Der Quellen-ForscherSeite 4/4

»Sie werden sehen«, sagt Arie Issar, während er die Beretta wieder sorgsam im Täschchen verstaut, »wir bringen die Wüste zum Blühen.« Er ist überzeugt, dass Israels technologischer Vorsprung in der Wassergewinnung die Voraussetzung für eine neue Siedlungspolitik schafft – und damit Hoffnung auf Frieden. Zu Zeiten der Römer und Byzantiner blühte diese Weltgegend schon einmal. »Zugegeben, das Klima ist heute schlechter. Aber wir haben die technischen Möglichkeiten, den Nahen Osten erneut zu begrünen. Den ganzen.« Vom Skopusberg aus freut sich Arie Issar über beste Aussichten. Für die ganze Region.

Der Mensch
Als Geologe lehrte Arie Issar drei Jahrzehnte lang am Wüstenforschungsinstitut Sde Boker, einer Außenstelle der Ben-Gurion-Universität. Noch heute ist der 78-Jährige – »Wenn ich aufhöre, falle ich tot um« – Berater der israelischen Regierung, wenn es um die Erschließung von Wasservorkommen geht. Auch zu palästinensischen Forschern pflegt er regen Kontakt. Trotz vieler Freundschaften aber mahnt ihn sein Instinkt zur Vorsicht. Er geht nie ohne Pistole aus dem Haus.

Die Idee
Die Wüste soll erblühen. Was sein Idol Ben Gurion predigte, versucht Arie Issar ein Leben lang umzusetzen. Es geht ihm dabei nicht nur um die Erschließung neuer Wasserquellen. Technische Kooperation soll auch den Frieden zwischen Palästinensern und Israelis fördern: »Wissen ist eine Ressource, die man mit Nachbarn teilen kann.« 2004 erregte Issar Aufsehen mit seinem Buch »Climate Change – Environment and Civilization in the Middle East«. Es dokumentiert den direkten Einfluss des Klimas auf Ökonomie und Migration.

 
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