Das helle Leuchten am Himmel lässt Romantiker oder Abergläubische schwärmen, die Augen zukneifen und sich ganz, ganz feste wünschen, dass der oder die Liebste sie küsst, ein großes Ziel erreicht wird, die Krankheit verschwindet.

In Wahrheit sind Sternschnuppen nur Brocken aus Staub, gefrorenem Wasser und  Gas, die von ihrer ursprünglichen Bahn abgelenkt wurden und aus dem  Weltraum in die Erdatmosphäre stürzen. Dort verglühen sie durch die  Reibung mit den Luftschichten. Oft sind diese Meteore - die  wissenschaftliche Bezeichnung für Sternschnuppen -  nur  stecknadelkopfgroß. Sie erreichen Geschwindigkeiten  bis zu 100.000 Kilometern in der Stunde und ziehen - je nach Anfangsgröße - eine mehr oder weniger lange leuchtende Bahn. Ein typischer Meteor ist  in weniger als einer Sekunde verglüht.

Das Leuchten, das wir auf der Erde sehen, entsteht jedoch nicht während des Verglühens, wie man vermuten könnte. Vielmehr entreißen die herabsausenden Bröckchen den Atomen der umliegenden Luftteilchen die Elektronen. Ionisierung nennt man diesen Prozess. Sobald sich Atomkerne und Elektronen anschließend wieder vereinigen, wird Licht ausgestrahlt.

Nur selten treffen unverglühte Reste der Meteore auf die Erde. Sobald  dies geschieht, heißen sie Meteoriten. Spektakulär ist das Nördlinger  Ries auf der Schwäbischen Alb: Ein 20 Kilometer großer Krater, den ein  500 bis 1.000 Meter großer Meteorit vor 15 Millionen Jahren hinterlassen  hat. Doch auch heute noch lassen sich Meteoriten in Deutschland finden.  Wo, können Sie übrigens bei uns auf einer Karte verfolgen .

Jede Nacht kann man "sporadische" Meteore beobachten. Warum lohnt es sich aber, gerade Freitagnacht wach zu bleiben? Weil sich immer am 12.  August die Erde durch einen Meteorstrom bewegt, den so genannten  Perseidenschauer, benannt nach dem Sternbild Perseus. Er entsteht, weil ein Komet namens Swift-Tuttle auf seiner Bahn kleine Partikel verliert, die sich über dessen Flugbahn verteilen. Schneidet die Bahn des Kometen diejenige der Erde, können wir bis zu hundert Sternschnuppen in einer Stunde beobachten.

Falls das Wetter mitspielt und Sie Freitagnacht wach bleiben, schicken Sie uns ein Digitalbild (möglichst nicht größer als 500 K) vom Sternschnuppenregen an sternschnuppe@zeit.de . Wir  veröffentlichen die schönsten Bilder am Montag in einer Bildergalerie auf unserer Homepage.