debatte Wie die Nazi-Ideologie in die Philosophie einzogSeite 3/3
Es war aber die Analyse dieser Schriften, die zeigt: Bei einem Autor, der die Beziehung des Seins und des Seienden in Zusammenhang bringt mit der von Führerstaat und Volk; der dies zudem als Einheit von Rasse und Blut versteht und aus dem Sein »ein völkisches Prinzip« ableiten möchte – bei so einem Autor ist der nazistische Rassismus nicht zufällig, sondern grundlegend. Er befindet sich im Innersten seines Denkens.
Aus dem Französischen von Uli Aumüller
- Datum 18.08.2005 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 18.08.2005 Nr.34
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Es ist leicht, durch aus dem Kontext herausgezogene Saetze, einen Philosophen zu vernichten. Ich habe oft verschiedene Artikel gelesen, wo Hegels, Nietzsches oder Heideggers Philosophie in einer oder anderer Beziehung zu Hitlers Ideologie stand. Mir scheint es wichtiger zu beweisen, was diese Philosophen mit ihren Werken fuer die Philosophiegeschichte bedeuten und nicht auf ihre menschliche Schwaeche fixiert zu sein. "Wahrheit des Seins" oder "Essenz des Menschen" sind Grundbegriffe der Philosophie. Es scheint mir uebertrieben, sie in Beziehung zum nazistischen Rassismus zu stellen, oder eine solche Beziehung unbedingt zu suchen. Umberto Eco warnt in seinen Buchern vor der Gefahr der freien willkuerlichen Interpretation. Saetze wie "bei so einem Autor ist der nazistische Rassismus nicht zufaellig, sondern grundlegend. Er befindet sich im Innersten seines Denkens." kommen mir als schon uebertrieben vor. Diese Art von Debattethemen sind in Beziehung zu verschiedenen Typen von Extremismus klassisch. Nach dem Jahre 1989 sprach man in den gewesenen kommunistischen Laendern ueber die Sympathie der Schriftsteller an Nazismus (s. den Fall Mircea Eliade) oder Kommunismus (viele Faelle) mehr als ueber die Wichtigkeit ihrer Werke. Das Werk an sich ist wichtig und nicht die Schwaechen des Menschen.(Monica Mitea)
Dieses Buch von Fay ist eine Fälschung. 1938 schrieb Heidegger über die "Mühseligen Anfertigungen so widersinniger Erzeugnisse, wie es die nationalsozialistischen Philosophie sind“ (Holzwege, Frankfurt a.M. 1963 S.92). Faye natürlich erwähnt so Zitaten nicht.
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