Vor etwa 50 Millionen Jahren verfing sich diese Bremse in einem Tropfen Baumharz. Das Harz floss weiter und umschloss das Insekt. Die so genannte Inkluse ist ein Hinweis darauf, dass es im baltischen Bernsteinwald vor Jahrmillionen große Säuger gegeben haben muss, Urahnen von Rehen etwa. Denn noch heute saugen die weiblichen Bremsen Blut an großen Säugetieren wie Rindern und Pferden, Männchen naschen dagegen Nektar. Die überraschend detailscharfe Aufnahme hat Max Kobbert gemacht, Professor für Wahrnehmungspsychologie an der Kunstakademie Münster. Der leidenschaftliche Sammler präsentiert in einem jetzt erschienenen Buch "Bernstein – Fenster in die Urzeit" mehr als 700 Fotos, darunter auch zahlreiche Stereoaufnahmen (Planet Poster Editions, Göttingen; 224 Seiten, 19,80 Euro).

Dabei bedient sich Kobbert einer besonderen Technik. Da die eingeschlossenen Tiere und Pflanzenreste selten in einer Schärfenebene abzubilden sind, fertigt Kobbert Mehrschichtenbilder der gefangenen Objekte. Bei der entferntesten Ebene angefangen, wird eine Serie von Einzelfotos in verschiedenen Schärfenebenen geschossen. Anschließend kombiniert er im Computer die Bildbereiche mit der jeweils größten Schärfe zu einem Gesamtbild.