Glaubensfrage Reli auf EuropäischSeite 2/2
Großbritannien: Schon seit Ende der sechziger Jahre wird Religion an Großbritanniens öffentlichen Schulen vor allem religionswissenschaftlich gelehrt. Religious education ist ein nichtkonfessionelles Pflichtfach, dessen Lehrpläne von den verschiedenen Religionsgemeinschaften, Erziehungsbehörden und Lehrergewerkschaften auf lokaler Ebene gemeinsam erarbeitet werden – unter Federführung der anglikanischen Staatskirche. Zwar steht das Christentum im Vordergrund, doch Lehren und Praxis der anderen Hauptreligionen in Großbritannien werden inzwischen ausführlich und gleichwertig berücksichtigt. Ein neuer Rahmenplan sieht vor, dass auf die persönlichen religiösen Erfahrungen der Schüler stärker eingegangen werden soll. Nicht mehr nur über Religion sollen sie lernen, sondern auch von Religion.
Bosnien-Herzegowina: Die Bildungsminister der Föderation im ehemaligen Jugoslawien hatten im Jahr 2000 die Einrichtung des Pflichtfaches »Kultur der Religionen« auf den Weg gebracht – ein Versuch, die Kinder der verfeindeten serbischen, kroatischen und muslimischen Volksgruppen in einem neutralen, religionskundlichen Unterricht einander näher zu bringen. »Das Projekt muss man leider als gescheitert ansehen«, sagt Peter Schreiner. »Einzelne Religionsgemeinschaften fürchten zu sehr um ihren etablierten konfessionellen Religionsunterricht.« Besonders offen für den religionskundlichen Unterricht zeigte sich die muslimische Gemeinschaft. Die meisten Vorbehalte hatte die katholische Kirche.
- Datum 18.08.2005 - 14:00 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle (c) DIE ZEIT 18.08.2005 Nr.34
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren