Das Hörgerät

Der iPod, eine Art digitaler Walkman mit genügend Platz für Tausende von Songs, hat so manches Leben verändert. Zwischenbilanz einer neuen musikalischen Ära in 14 Tracks

Track 1: Überall und nirgends

Man muss keinen iPod besitzen, um ständig mit dieser kleinen weißen Kiste und ihren Auswüchsen konfrontiert zu sein. In der westlichen Welt nähert sich die Verbreitung des iPods der Allgegenwart. Und das, obwohl dieses Gerät im Alltag meist unsichtbar ist, da es hauptsächlich im Dunkeln nistet, in Hosen- und Jackentaschen. Von dort aus steuert es die Hirnströme einer täglich weiter wachsenden Zahl von Abhängigen. Die sich auch noch besonders unabhängig fühlen, wenn sie sich, mitten unter uns, durch ihre eigenen Klangwelten bewegen.

Track 2: Was für ein Pott?

Der iPod ist ein schön umhüllter Computer in der Größe einer Zigarettenschachtel, auf den sehr viel Musik passt, bis zu 15000 Songs. Der 60 Gigabyte große Speicherplatz des neuesten Modells hätte vor zwei Jahrzehnten noch Superrechner von der Größe mehrerer Kühlschränke erfordert. (Daran, dass es sich tatsächlich um einen Computer handelt und nicht nur um ein magisches Designobjekt, erinnert die Festplatte etwa alle vier bis fünf Lieder mit einem kaum hörbaren Pfeifen, als müsste sie vor dem Abtasten der nächsten Datenmassen mal kurz durchatmen.) Das Design entspricht einem modernistischen, zenbuddhistischen Streben nach äußerster Reduktion. Vielleicht auch deswegen heißt eine der erfolgreicheren Imitationen des iPods: Zen.

Der große, knapp 400 Euro teure iPod hat Platz für mehr Musik, als man je hören wird, und ist daher bestens geeignet für Musikwahnsinnige. Vernünftigeren Menschen stehen kleinere, preiswertere Varianten zur Verfügung, der iPod-Mini und der 99 Euro teure iPod-Shuffle, dazu natürlich neben dem Zen auch noch Musikspieler von Dell, Sony und etlichen anderen Herstellern. Einige davon können mehr als der iPod und kosten weniger, sie müssen nur bis auf Weiteres ohne Kult auskommen und hinnehmen, dass sie bestenfalls mitgemeint sind, wenn, wie hier, vom iPod die Rede ist.

Track 3: Hörzubehör

Modefirmen, die eine iPod-Hülle entworfen haben: Gucci (195 Dollar), Prada (215 Dollar), Dior (265 Dollar), Louis Vuitton (285 Dollar), des Weiteren Coach, Burberry, Chanel. Karl Lagerfeld hat für Fendi einen Koffer kreiert, der Halterungen für zwölf iPods bietet. Lagerfeld selbst besitzt und benutzt angeblich rund siebzig iPods, deren Inhalt er jeweils durch eine Lasergravur auf der Rückseite kenntlich gemacht hat.

BMW, Mercedes, Volkswagen, Renault und Nissan liefern bestimmte Modelle auf Wunsch mit iPod-Anschluss aus.

Zur Ergänzung des iPods sind auf dem Markt: Fernbedienungen, Lautsprecher, Mikrofone, Solarzellen, Leselampen, wasserdichte Hüllen, Jacken und Hemden mit eingewebten iPod-Bedienungsknöpfen, Strickstrümpfe zur Umhüllung des iPods. Seit dem Tamagotchi hat kein elektronisches Gerät solch einen Pflegetrieb ausgelöst.

Track 4: In den Charts

Als der iPod am 23. Oktober 2001 der Weltöffentlichkeit präsentiert wurde, hieß es dazu in der allerersten Meldung im Wirtschaftsteil der New York Times: »Analysten sind skeptisch, weil das Potenzial auf die Benutzer der neueren Macintosh-Computer beschränkt sei.« Überhaupt: Die Musikindustrie lag darnieder, wer – außer den Raubkopierern – interessierte sich überhaupt noch für Musik?

Innerhalb der nächsten vier Jahre wurden 15 Millionen iPods verkauft (die sich inzwischen auch mit Windows verstehen). Zum Vergleich: Der Walkman der Firma Sony hatte von 1979 an noch zehn Jahre gebraucht, um sechs Millionen Mal verkauft zu werden. Sechs Millionen iPods wurden dieses Jahr allein im vorigen Quartal verkauft. Die bisher 21,8 Millionen iPods liegen dabei immer noch weit hinter den Gesamtverkaufszahlen des Markenartikels Walkman: 330 Millionen Stück.

Track 5: Der Gegenangriff

Bis neulich noch glänzte das Image des iPods noch so knallweiß wie seine Hülle. Doch immer eifriger wird derzeit am Mythos seiner Vollkommenheit gekratzt.

Der Informationsdienst silicon.com meldete am 20. Juni unter der Schlagzeile Ist die Liebesaffäre mit dem iPod vorbei?, um Fassung ringend: »Diese Woche sind die ersten Anzeichen aufgetaucht, dass der iPod, nun, wie sollen wir es sagen – eigentlich gar nicht so toll ist.« Gleich drei Exemplare des iPod-mini, der kleineren Schwester des Ur-iPods, seien in jener Online-Redaktion binnen sechs Monaten kaputt gegangen, die Batterie sei verreckt, und das klickende Bedienungsrädchen habe weder geklickt noch bedient.

In Deutschland mäkelte kürzlich die Hype-resistente Stiftung Warentest am iPod-Mini herum: nicht gut genug für den Preis, Kult hin oder her.

Beobachten wir das Ende einer Ära? Oder das letzte Aufbäumen der Konkurrenten, Spießer und Neider, bevor sich der i-Pod auch noch den Rest der Welt untertan macht?

»Die Erfolgsserie des iPods wird abreißen«, hatte Microsoft-Chef Bill Gates im Mai angekündigt und arbeitet daran nun mit aller Macht. Nicht so sehr aus Liebe zur Musik, eher aus Prinzip: Sein ewiger Konkurrent Steve Jobs, Chef der Firma Apple und das Genie hinter dem Erfolg des iPods, gehört besiegt. Präziser wurde vorige Woche der Chef der Digitalmusikabteilung bei Microsoft, Erik Huggers: »Schon in diesem Herbst wird es eine Reihe von Geräten geben, die mit dem iPod konkurrieren können.« Der Kampf ums Weihnachtsgeschäft ist damit eröffnet.

Den so genannten iPod-Killer stellt sich Bill Gates vor als eine Verbindung aus iPod und Handy, die Microsoft alsbald anbieten will. Auch Apple will in naher Zukunft eine solche Kombination auf den Markt bringen.

Und vielleicht hat Bill Gates Recht. Vielleicht laufen wir demnächst alle mit hochkomplexen Taschenrechnern herum, die Musik abspielen und telefonieren können, DVDs zeigen, Fotos machen, Filme drehen, Daten und Termine verwalten, Computerspiele spielen – Moment, die gibt es ja schon, sie heißen Palm Pilot, Pocket PC, Blackberry. Sie alle können viel mehr als der iPod. Sie können eigentlich alles, nur aus irgendwelchen Gründen nicht solche Liebesgefühle erwecken wie der iPod.

Doch selbst, wer nicht in den Verdrängungskampf gegen den iPod investiert hat, mag darauf hoffen, dass es der iPod-Hysterie nun langsam genug sein möge. Selten haben einen Konsumartikel so viele Leute so lange so gut gefunden. Etwa vor einem Jahr brach die große Welle des iPod-Jubels über sämtliche Medien in Deutschland herein. Wer jetzt keinen besitzt, kann nur noch kapitulieren oder darauf hoffen, dass auch diese Konsumhysterie alsbald vorüberziehen möge, mitsamt dieser ständigen Werbung mit den affig tanzenden Silhouetten und ihren weißen Drähten.

Track 6: Weiße Hausmusik

Steil bergab schien es mit dem iPod-Image erstmals im Februar dieses Jahres zu gehen, als sich George W. Bush als iPod-Benutzer zu erkennen gab. Er machte sogar eine Liste der Songs auf seinem Gerät publik – die weltweit obsessiv analysiert wurde, in der nicht ganz abwegigen Annahme, der Musikgeschmack des Präsidenten verrate womöglich mehr über ihn als seine Wortbeiträge. Zwei Schocks zugleich hatte daraufhin die iPod-Gemeinde zu verkraften. Nicht nur war der berühmteste iPod-Benutzer der Welt so ziemlich der uncoolste, den man sich vorstellen konnte. Fast noch schlimmer: Sein Musikgeschmack erwies sich als weit weniger peinlich, als viele gehofft hatten (George Jones, The Knack, Van Morrison). Die bange Frage ging um: Wenn der iPod selbst George W. Bush halbwegs cool aussehen lässt – wie cool bin ich dann noch?

Wer so denkt, muss sich womöglich einer noch viel erschütternderen Wahrheit stellen. Vieles deutet darauf hin, dass der typische iPod-Hörer gar nicht der junge Hüpfer aus den Werbespots ist – sondern eher der 40- bis 60-Jährige, der sich das ziemlich teure Gerät leisten kann und damit die Musik in sein Leben zurückgeholt hat.

Track 7: Dancing Queen

Nur noch als Parodie ließ sich die Meldung verstehen, die das britische Revolverblatt The Sun diesen Sommer in die Welt setzte: Queen Elizabeth II habe sich einen iPod zugelegt, die 79-Jährige sei schon ganz verrückt nach ihrem kleinen weißen Ding. Innerhalb weniger Stunden war die Geschichte der halben Menschheit bekannt, kaum eine Zeitung, die sie nicht im Vermischten meldete. Ob sie auch stimmte, war dabei auffallend gleichgültig. Als Quelle hatte The Sun »einen Diener der Queen« genannt, sie selbst ließ sich nicht zu einem Dementi herab. Das Märchen von der Queen und ihrem iPod – und vor allem die weltweite Resonanz darauf – schien die iPod-Hysterie ad absurdum zu führen.

Track 8: Auf Leben und Tod

Nachdem die Zahl der iPod-Raubüberfälle in New Yorker U-Bahnen seit Monaten rasant gestiegen war, wurde im Juli der erste iPod-Mord gemeldet: Der 15-jährige Christopher Rose wurde erstochen, nachdem er mit einer Gang von zehn Jugendlichen um seinen iPod gerangelt hatte. Zwei Tatverdächtige, 16 und 17 Jahre alt, wurden verhaftet. Der Vater des Ermordeten bekam kurz darauf einen Beileidsanruf von Apple-Chef Steve Jobs. Er sagte dem 53 Jahre alten Maurer »jegliche Unterstützung« zu. Es wäre zwar zynisch, diesen Anruf als Eingeständnis einer Mitschuld zu werten, aber vielleicht war er ein Zeichen, dass die Verklärung des iPods zur Lebensnotwendigkeit viel zu weit gegangen war.

Track 9: »Das innere Leuchten«

Manche Beschreibungen des iPods klingen auffalend nach Sektenpropaganda. Aus dem Begleittext zu einem aus dem Japanischen übersetzten Buch zum Kultplayer: »iPod-Benutzer sehen immer so glücklich aus! Dieses Buch zeigt Ihnen, wie auch Sie dieses innere Leuchten erreichen und den iPod-Lifestyle ausleben können.«

Track 10: Professor iPod

Was in aller Welt könnte das sein, dieser »iPod-Lifestyle«? Nähern wir uns, vorsichtshalber, akademisch. Michael Bull, Soziologe an der University of Sussex und wegen seines Spezialgebiets auch »Professor iPod« genannt, hat in den letzten Jahren rund tausend iPod-Benutzer nach ihren Hörgewohnheiten gefragt. Das Ergebnis ist für Bill Gates nicht so erfreulich: Was diese Leute an ihrem Gerät schätzten, sei gerade die Tatsache, dass es kein Handy ist. Der iPod macht es ihnen möglich, die Welt für eine Weile auszublenden: keine störenden Gespräche, keine Werbeblöcke, stattdessen selbst bestimmte Soundtracks für den Weg von A nach B. Viele iPodisten, so erfuhr Michael Bull, stellen sich »akribisch konzipierte Musikabfolgen« zusammen für bestimmte Abschnitte ihres Arbeitsweges und fürs Aufwachen, Aufräumen, Abwaschen, Einschlafen (ein iPod-Kissen gibt es übrigens auch schon). Sie komponieren den Klang ihres Alltags, wie ein Regisseur seine Filmmusik auswählt. In dieser Selbstbestimmung, so Bull, liege die existenzielle Bedeutung des iPods.

Als »situative Gefühlsapotheke« wird der iPod in einer psychologischen Verbraucherstudie beschrieben, die die Berliner PR-Firma Ahrens & Bimboese erstellt hat. Apples Verständnis für die Bedürfnisse von Musikfans führe dazu, dass diese Firma als Verbündeter im Kampf gegen die kunden- und musikverachtende Musikindustrie wahrgenommen werde.

Dieser Markterfolg bedeutet zugleich ein massenhaftes Abschotten gegenüber dem Bombardement mit Werbung und gleichgeschalteter Musik, mit dem kommerzielle Radiosender die bis vor kurzem wehrlose Öffentlichkeit behelligt haben. Zumal auf dem iPod mittlerweile, ohne Werbepausen, nicht nur die eigene Lieblingsmusik, sondern auch charmante Amateur-Sendungen gehört werden können, die so genannten Podcasts: akustische Botschaften von Gleichgesinnten, zu beziehen aus dem Internet, kostenlos.

Track 11: Don’t Stop The Music

Der iPod wird mit einer eingebauten Paradoxie ausgeliefert: Er macht das Musikhören effizienter. Reibungslos verwaltet er Unmengen jeglicher Klänge. Aber sollten in der Musik nicht ganz andere Mächte obwalten als ausgerechnet Effizienz?

Dem Versinken in der Musik sind die endlosen Möglichkeiten eines einzigen iPods nicht unbedingt förderlich. Sie erzeugen eine unstillbare Ungeduld, schließlich sind da jederzeit noch Abertausende andere Stücke, die »durchgehört« werden wollen. Die unermessliche Musikstückzahl relativiert jeden einzelnen Track – so der gleichmacherische Sammelbegriff für Popsongs, Sonatensätze, Arien, Jingles, Vorgelesenes.

Ein unscheinbares Detail verstärkt die Hörigkeit: Der iPod hat keine Stopp-Taste. Es gibt lediglich einen Knopf für die Alternative »Play/Pause«. So wird die Musik immer nur vorübergehend unterbrochen – und der iPod auch dann zum Unruheherd, wenn er gerade keine Musik abspielt. Ihren Beitrag zur Nervosität leisten auch die wegen ihres Schwächelns berüchtigten Akkus des iPods.

Track 12: Easy Listening

Es gibt verschiedene Lehrmeinungen, Erfahrungsberichte und Mutmaßungen darüber, wie sich der iPod auf den Musikgeschmack auswirkt. Während die einen befürchten, dass die abgeschotteten iPodisten sich immer stärker in ihre jeweiligen musikalischen Favoriten und Vorurteile hineinsteigern, sehen andere den iPod als Wegbereiter der Vielfalt und Erzieher der Menschheit zu mehr Aufgeschlossenheit. »Die kleine Maschine rast auf eine Weise durch Stilbarrieren, die mein Musikhören verändert«, sagt der Musikkritiker der Zeitschrift The New Yorker , Alex Ross. »Auf dem iPod ist die Musik befreit von allen einfältigen Definitionen und von allem Signifikanzdünkel.« Selbst das Fehlen des Haptischen und Visuellen, das vielen Vinyl-Liebhabern am iPod missfällt, sieht Ross als Vorteil: »Es gibt keine Plattenhüllen mehr, die bombastische Alpenbilder zeigen oder Star-Dirigenten, die aussehen wie Rudolf Hess. Stattdessen ist Musik Musik.« Er habe den Eindruck, »dass viele junge Hörer so denken, wie der iPod denkt«.

Diese Denkweise führt die einen zu furchtlosen Expeditionen weit jenseits des Pop-Mainstreams, während andere sich auch weiterhin für plumpe Kommerzmusik entscheiden, dies aber nunmehr völlig freiwillig. Denn je zugänglicher sämtliche Spielarten der Musik werden, desto schwieriger wird es, die Schuld am schlechten Geschmack (der anderen) den Verblödungsmechanismen der Kulturindustrie zuzuschieben.

Track 13: Die Ich-Maschine

Die Selbstsuche via Musik, früher Pubertierenden vorbehalten, dauert inzwischen oft ein ganzes Leben lang. Dank der Musikangebote im Internet, die der iPod anzapft, können auch in Ehren ergraute Familienväter rebellische junge Musik erkunden, ohne ihre Wochenenden in düsteren Plattenläden oder verrauchten Clubs verbringen zu müssen. Der durchschlagende Erfolg des iPods war von Beginn an ein Symptom dieser veränderten Lebensentwürfe. Mittels iPod holen sich Millionen von Menschen derzeit die Musik in ihr Leben zurück, die sich eigentlich schon von ihr verabschiedet hatten.

Das ist alles sehr schön, aber nicht nur schön. Je weniger bestimmte Altersstufen mit bestimmten Rollenerwartungen verbunden sind, je weniger das Radio oder gar die klingeltonverseuchten Hitparaden Gehör finden, desto mehr fällt es auf den Einzelnen zurück, die ganz und gar eigene Musik zu finden. Der iPod macht das nicht nur möglich, sondern für viele auch zur Notwendigkeit, wodurch sich klassische Teenager-Agonien bis ins Greisenalter ausdehnen können. Zumindest in der Übergangsphase des Früh-iPodismus dominiert bei den meisten das Prinzip des Sammelsuriums.

Neben seinem Dienst an der Innerlichkeit wirkt der iPod auch als Medium der Selbstdarstellung: Hier ist meine Musik, das bin ich, das will ich sein. Die sozialen Möglichkeiten reichen vom spontanen Reinhören in die Sammlungen von Freunden und Kollegen bis zu iPod-Partys, bei denen jeder eine begrenzte Zeit lang den Raum mit seinem iPod beschallen darf.

An amerikanischen Colleges brachte die Vergemeinschaftung des Musikkonsums bereits eine neue Spielart der Diskriminierung mit sich: Analog zu Rassismus und Sexismus soll nun auch der »Playlistismus« politisch inkorrekt sein, also die Diskriminierung auf der Basis eines uncoolen Musikgeschmacks. (Seltsam im Nachhinein, dass in früheren Jahrzehnten niemand auf die Idee kam, den Bibliothekismus anzuprangern oder den CD-Regalismus.)

Track 14: Outro

Ende Juli erörterten in London ein halbes Dutzend Experten bei einer Podiumsdiskussion die Frage, welches Gerät in absehbarer Zeit die Nachfolge des iPods übernehmen könnte. In Betracht gezogen wurden neben den musikspielenden Handys auch ein iPod für Videos und mobile Spielkonsolen.

Allerdings: Der Weg zur Arbeit könnte mit Videos oder Computerspielen vor Augen ziemlich gefährlich werden. Einer der Teilnehmer hielt daher schon die Suche nach einem iPod-Nachfolger für abwegig: »Das ist so, also ob wir fragen: Was kommt nach dem Buch?«

Michael »Professor iPod« Bull war auch dabei und beschwor noch mal den Wunsch nach Abschottung, den der iPod erfülle. Der Analyst Steve Mayall malte die immerhin recht reizvolle Vorstellung einer »himmlischen Jukebox« aus, über die eines Tages jegliche jemals aufgenommene Musik für beliebige Abspielgeräte zugänglich sein würde, vertrieben an zahlende Kunden gegen eine monatliche Abrechnung, als Grundversorgung nach dem Muster von Wasser oder Strom.

Die Erfolgsgeschichte des iPods dauert nun schon verdächtig lange. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass sie alsbald zu Ende gehen muss. Zu Ende gehen könnte aber so allmählich die Phase der iPod-Hysterie. Die Möglichkeiten dieses Apparats sind inzwischen weithin bekannt. Jetzt muss nur noch die Musik hinterherkommen – und unser Musikgeschmack.

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