aktuell Sturm der GefühleSeite 2/2
Die Vermeidung von Treibhausgasen ist politisch schwer durchzusetzen. Doch die effizienteste Strategie angesichts der Klimagefahren besteht ohnehin in der Hilfe für Entwicklungsländer. Warum muss beispielsweise Haiti die Hurrikane mehr fürchten als Florida? Es ist die Armut, stupid! Sie zu bekämpfen bereitet am besten auf einen Klimawandel vor. Würde der Wirtschaft in Bangladesch aufgeholfen, dann könnten seine Bewohner sicherer siedeln und bauen.
Das niedrig gelegene New Orleans ist geografisch ein Sonderfall und Katrina vermutlich nicht menschengemacht. Die Bilder dieser Tage lassen dennoch innehalten: Leben wir richtig? Die legendäre Canal Street trägt ihren Namen nun zu Recht, und ein weiterer Song von Billie Holiday schleicht sich ins Ohr. »Can’t go on / Every thing I had is gone / Stormy weather…«
- Datum 01.09.2005 - 14:00 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle (c) DIE ZEIT 01.09.2005 Nr.36
- Kommentare 17
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





... und hier die Zahlen: http://www.nhc.noaa.gov/p...
Damit sich jeder selbst ein Bild machen kann: http://www.nhc.noaa.gov/p...
Der alte Maoist kocht in Trittin hoch. Wie kann er es wagen inn dieser Situation seinen Amerikahass auszuleben? Deutsche, schliesst für fünf Minuten die Augen und stellt Euch die Welt ohne Amerika vor!
Seit wann ist denn Kernkraft profitabel? Die Reste müssen über Jahrhunderte sicher verpackt, bewacht und verwahrt werden.
Wenn die fachgerechte Entsorgung, die Lagerung und Bewachung bis zur vollständigen Unschädlichkeit mit eingerechnet wird, ist Atomstrom die mit weitem Abstand teuerste Energieform. Die bei weitem risikoreichste und gefährlichste übrigens auch.
Bleibt nur zu hoffen, das sich hier nicht die Wünsche alter Seilschaften durchsetzen und einer Energieform von gestern zu frischem Wind verhelfen.
Der Autor der MIT-Studie in Salon.com: >>The recent hurricanes in the Atlantic, Emanuel explained, represent a natural fluctuation. Every 20 to 30 years, since records started being kept in the 19th century, there have been big shifts in the frequency of hurricanes in the Atlantic. "For example, in the 1940s and '50s, there were very busy years, whereas the 1970s and '80s were very quiet years," he said. "And we've had a big upswing in the Atlantic beginning in about 1995. That's all natural."
Sehr geehrter Herr Laumann,
Kerry Emanuel hat selbst ausgesagt, dass er die zunehmende Intensität nur in der Gesamtrechnung der Zyklone, nicht aber im Sturmgeschehen über dem Atlantik erkennt.
Freundliche Grüße und vielen Dank für Feedback
Ihr
Gero von Randow
Mir ist nicht ganz klar, wie die Zeit (und im Übrigen auch viele andere deutsche Massenmedien), jetzt - direkt nach einer so furchtbaren Katastrophe - eine so kaltbluetige und hartherzige Diskussion ueber die Schuldfrage anfangen kann. Wenn ein anderer Mensch in Not ist, stehe ich nicht daneben und überlege mir ob er vielleicht selbst schuld daran ist. Nehmen wir mal an er ist schuld, der SUV-Fahrer in New Orleans hat das Klima veraendert, wodurch ursaechlich Katrina ausgeloest wurde (und der Nachweis ist wohl schwer zu erbringen), ist es dann nicht trotzdem menschlich geboten, Mitgefuehl mit ihm zu haben (der jetzt vielleicht das Leben oder zumindest angehörige und all sein Hab und Gut verloren hat) und sich zuerst mal zu ueberlegen wie man helfen kann? Wo sind die Spendenaufrufe, wo sind die Diskussionsforen mit Spezialisten ueber Deichanlagen und Restauration denkmalgeschuetzter Innenstaedte. Wo sind die Hilfskraefte und Mediziner aus Deutschland, die mithelfen Seuchen zu verhindern und Not zu lindern. Alles was ich hoere ist Herr Trittin, der sagt, die amis sind doch selber schuld (kein Wort des Beileids, der Erschuetterung ueber diese Katastrophe) und Zeitungen wie Ihre, die geschmacklose
Foren ueber die Schuldfrage eroeffnen. Ein Mensch liegt am Boden. Lasst uns ihm helfen und zeigen wir ihm unser Mitgefuehl und unsere Betroffenheit und das wir ihm beistehen. Stehen wir nicht kalt und unbewegt daneben (Manche Zeitungen und Menschen treten dieseer Tage sogar noch zu). Ueber die Schuldfrage koennen wir in einen halben Jahr immer noch diskutieren.
ein (bisher) treuer dieZeit-leser
Was muss eigentlich noch alles passieren um die notwendigen Schlüsse aus einer Vielzahl von Indizien zu ziehen? Einen Krieg gegen die Natur wird die Menschheit verliehren, diese Erkenntnis sollte immer mehr reifen. Wenn nun die CO2 Emissionen der Quell von vielen Horrorkatastrophen sind, was bleiben für Alternativen? CO2-freie Kraftwerke funktionieren einersseits noch nicht, andererseits verlagert man nur das Problem: wohin mit dem CO2-Müll? Kernkraftwerke stellen angesichts Terror- und Proliferationsgefahr auch keine Lösung dar zumal auch der "wirtschaftlich" zu gewinnende Uranbrennstoff in 20 bis 60 Jahren (je nach Rechnung) zu Niege geht. Kernfusion ist in 50 Jahren soweit - somit keine Lösung. Was bleibt? Erneuerbare Energien. Die sind jetzt einsatzbereit, funktionieren und haben volkswirtschaftlich niedrigere Kosten wie die bisherige fossil-nukleare Energiebereitstellung. Betriebswirtschaftlich sind sie aller spätestens mit einer "CO2-freien" fossilen Energiewirtschaft voll konkurrenzfähig. Je schneller die Konzequenzen aus der menschgemachten Misere gezogen werden desto besser. Wie spottete schon Holdren (Energieexperte von der Harvard University): Die Skeptiker des Klimawandels werden schon bald dastehen wie diejenigen, die früher einen Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs bestritten haben.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren