Noch sehen die großen Autokonzerne der Triade (Nordamerika, Japan, Westeuropa) die neuen Märkte wie China, Indien oder Osteuropa primär als zusätzliches Absatzgebiet. Schließlich wurden von rund 52,3 Millionen im Jahr 2004 verkauften Pkw noch mehr als 70 Prozent auch in der Triade an die Kundschaft gebracht, und auch die Autos für den Rest der Welt kamen zum großen Teil noch aus den Fabriken von General Motors, Toyota, Volkswagen & Co. Im laufenden Jahr werden nach der jüngsten Prognose des Leverkusener Prognoseinstituts B&D-Forecast weltweit 53,2 Millionen neue Pkw abgesetzt.

Der Zuwachs wird, so B&D-Chef Ferdinand Dudenhöffer, aber fast ausschließlich aus den wachstumsstarken Regionen außerhalb Westeuropas, Japans und Nordamerikas stammen.

Das gelte auch für die kommenden Jahre. Das ermuntert die dortigen Hersteller aber zugleich, ihre Exportanstrengungen zu verstärken. Auf der IAA in Frankfurt Mitte September werden bereits drei Hersteller aus China ihre Modelle für Europa vorstellen. Zwar dürften die Importe aus China heuer nur einige hundert Autos betragen, aber bis zum Jahr 2010 erwartet B&D-Chef Dudenhöffer allein von den Herstellern aus China und Indien, dass sie 300 000 Pkw in West- und Osteuropa absetzen können, 2015 sollen es schon 750 000 sein. Das wäre zwar immer noch ein bescheidener Marktanteil von knapp vier Prozent, aber speziell das Segment der Klein- und Kompaktwagen käme damit unter erheblichen Preisdruck. Dudenhöffers wenig erfreuliche Schlussfolgerung für die Jahre nach 2010: Die Produktion von Kleinwagen - aber auch die der wichtigen Golfklasse - wird dann in weiteren Teilen aus Deutschland abgezogen werden müssen.