Steuern

Kompliziert ist einfach gut

Paul Kirchhof irrt sich: Das deutsche Einkommensteuersystem ist viel besser als sein Ruf

Wie einfach kann man eine komplexe Gesellschaft besteuern? Sehr einfach, wenn man den Bierdeckel- und Flat-Tax-Vorschlägen folgt. Das Einkommensteuerrecht gilt als kompliziert und moralisch korrupt. Der linear progressive Tarif: undurchsichtig und leistungsfeindlich. Die Bemessungsgrundlage: ein Sumpf von Ausnahmetatbeständen. Dem sollen Einheitstarif und breite Bemessungsgrundlage ein radikales Ende setzen.

Aber warum ist die Einkommensteuer überhaupt so kompliziert geworden? Verschiedene Antworten sind möglich. Eine ist: Demokratieversagen. Die Bürger sind willensschwach. Sie wollen großzügige öffentliche Leistungen haben, aber keine Steuern dafür zahlen. Der demokratische Wettbewerb fördert diese Schwäche noch, indem er Politiker anstachelt, politisch einflussreichen Gruppen Vorteile zuzuschanzen und die Kosten dafür der Allgemeinheit aufzubürden. Das macht süchtig. »Der Politiker, der ein Steuergeschenk gegeben hat, bekommt Applaus und sinnt auf neuen Beifall. Der Beschenkte erlebt, wie schön es ist, anstrengungslos Einkommen zu erzielen. Und sinnt auf die nächste Steuervergünstigung«, sagt Paul Kirchhof. So kam es zur Spirale kollektiver Gier, die den Spitzensteuersatz in leistungsfeindliche Höhen drehte und dann die Bemessungsgrundlage durch Privilegien unsystematisch durchlöcherte.

Wenn Demokratieversagen die Antwort ist, dann erscheint eine radikale Steuervereinfachung sachlich dringend geboten – ist aber politisch illusionär. Wenn sich bisher niemand fand, der steuerpolitischen Vernunft zu ihrem Recht zu verhelfen, wo sollte diese Lichtgestalt dann nun plötzlich herkommen? Schon jetzt haben sich mehrere CDU-Ministerpräsidenten gegen die Kirchhofschen Reformideen gestellt. Und selbst wenn diesen Ideen wider Erwarten ein politischer Erfolg beschieden sein sollte, bliebe die Frage der Dauerhaftigkeit. Steuervereinfachungen halten selten lange vor. In den USA wurden 1986 die Tarifstufen auf zwei reduziert, heute gibt es schon wieder sechs – und der Spitzensatz stieg von einst 28 auf wieder 39,6 Prozent.

Die andere Antwort unterstellt, dass die Demokratie im Großen und Ganzen funktioniert und die Einkommensteuer einfach deshalb so kompliziert ist, weil die Mehrheit der Menschen das mit guten Gründen bisher so wollte. Eine Vereinfachung wäre dann politisch machbar, vorausgesetzt, die Mehrheit änderte ihre Meinung. Aber wäre diese Meinung richtig? Gibt es gute Argumente für ein kompliziertes Einkommensteuerrecht?

Auf jeden Fall gibt es gute Argumente für den progressiven Tarif, auf dessen Abschaffung alle Stufen- und Flat-Tax-Vorschläge eindeutig zielen. Dass die Steuerlast mit wachsendem Einkommen überproportional wächst, entspricht dem Gerechtigkeitsempfinden breiter Bevölkerungskreise. Die Flat Tax hat diese symbolhafte Wirkung nicht. Sie entfaltet zwar auch Progressionswirkung, aber nur indirekt über den Grundfreibetrag – und das empfindet eine Bevölkerungsmehrheit möglicherweise als ungerecht.

Vor allem aber schafft eine progressive Einkommensteuer viel Umverteilung mit wenig Staatsquote. Keine andere Steuer nimmt so viel Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen: Sozialabgaben nicht, weil sie proportional, ohne Freibeträge und nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze erhoben werden. Verbrauchsteuern nicht, weil sie fällig werden, egal ob der Verbraucher arm oder reich ist. Würde die progressive Einkommensteuer durch ein Flat-Tax-System ersetzt, müsste der Staat seine Umverteilungsanstrengungen – zum Beispiel den Sozialausgleich bei der von der CDU geplanten Gesundheitsprämie! – umso mehr über Sozialabgaben und Verbrauchsteuern finanzieren. Er müsste dann nicht nur die vom Markt gegebenen Einkommensunterschiede ausgleichen, sondern auch solche, die er durch Sozialabgaben und Verbrauchsteuern selbst künstlich geschaffen hat. Um denselben Verteilungseffekt zu erzielen, müsste der Staat also mehr Geld in die Hand nehmen. Wer den schlanken Staat will, sollte daher die progressive Einkommensteuer wollen. Und wer die Lohnzusatzkosten senken will, sollte dies eher über Mehreinnahmen aus einer höheren Einkommensteuer tun und nicht über höhere Einnahmen aus einer steigenden Mehrwertsteuer.

Viele Vereinfachungsbefürworter kritisieren, dass sich gerade Gutverdiener durch zahllose Steuervergünstigungen künstlich arm rechnen könnten. Die ersten Gegenmaßnahmen sind freilich längst ergriffen. Jetzt geht es vor allem um die Steuervergünstigungen des kleinen Mannes – Nachtzuschläge, Eigenheimzulage, das Kilometergeld. Diese Vergünstigungen untergraben die Progressionswirkung kaum. Welcher Zahnarzt rechnet sich schon übers Kilometergeld arm?

Dennoch kann man über ihre Berechtigung streiten. Ist das Kilometergeld eine ungerechtfertigte Subvention? Oder ist sie eine gerechte Entschädigung für die privaten Kosten des öffentlichen Interesses an räumlich mobilen Arbeitskräften? Wahrscheinlich ist beides richtig – und das wiederum spricht gegen eine einfache Lösung.

Die Argumente für die Flat Tax liegen auf dem Tisch. Es ist an der Zeit, auch die Argumente für eine progressive Einkommensteuer zum Vergleich daneben zulegen. Es reicht nicht, sich am niedrigen Satz der Einheitssteuer zu berauschen. Deutschland krankt an hohen Lohnzusatzkosten, nicht an zu hohen Einkommensteuersätzen. Hilft da die Flat Tax wirklich?

Philipp Genschel ist Politologe an der International University Bremen und Mitglied des Forschungsbereichs »Staatlichkeit im Wandel«

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Leser-Kommentare

    • 01.09.2005 um 10:18 Uhr
    • bierus

    Unser Steuerrecht krankt an dem Bestreben, Gerechtigkeit im Einzelfall herbeiführen zu wollen. Nun ist es ohnehin mit der gerecjhtigkeit so eine Sache. Diese ist als Begriff bekanntlich eher schwach definiert. Ein Steuersystem wie das unsere, welches wegen seiner Kompliziertheit für den Normalbürger (und offenbar nicht einmal für Steuerberater) auch nur im Ansatz zu durchschauen ist, wird schon aufgrund dieses Tatbestandes als ungerecht empfunden. Wer weiß denn schon genau ob er nun wirklich alle für ihn in Frage kommenden Tatbestände zur Senkung der Bemessungsgrundlage ausgeschöpft hat? Dies führt nun aber geradenweges dazu, daß bei der Anwendung des Einkommenssteuerrechtes eine Art sportlicher Wettkampf des Bürgers mit dem Finanzamt nach dem Motto "Wer ist am cleversten" beginnt. Was zur Folge hat, daß beim Bürger auch das Unrechtsbewußtsein für -gelinde ausgedrückt- halblegale Gestaltungsversuche wenig ausgeprägt ist. Ein als ungerecht empfundenes System zu überlsiten kann ja schließlich keine Sünde sein.
    Nun zu dem schönen Begriff des Gerechtigkeitsempfindens des deutschen Volkes. Ob die Vermutung, daß eine Flat-Tax dieses Empfinden stört richtig ist lasse ich mal dahingestellt sein. Aber liebe Güte, veilleicht ist ja auch mit diesem Gerechtigkeitsempfinden etwas nicht in Ordnung. Ich persönlich halte es jedenfalls nicht für problematisch, wenn jemand der 100.000 Euro Einkommen hat 25.000 Euro Steuern zahlt und jemand der 200.000 Euro Einkommen hat 50.000 Euro. Was tangiert da bitteschön das Gerechtigkeitsempfinden? Und um auf die vielzitierten Nachtzuschläge zu sprechen zu kommen, wieso um alles in der Welt soll die allgemeinheit für die Subventionierung der Nachtarbeit zuständig sein? Oder für die Subventionierung des ohnehin billigeren Wohnens auf dem Lande mittels Pendlerpauschale? Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen aber ich will hier ja nicht länger schreiben als der zugehörige Artikel ist.

    • 01.09.2005 um 12:14 Uhr
    • chanul

    Es wäre schön, wenn man sich auf Seiten der Experten einmal von der "gefühlten Ungerechtigkeit" verabschieden könnte. Nur weil die deutsche Bevölkerung kein Mathe kann, sollte man sich das "gesunde Volksempfinden" nicht zu eigen machen.

    1. Die 'Reichen' zahlen auch ohne Progression IMMER viel mehr als die 'Armen', es geht nämlich bei den Tarifen um Prozente - und 25 Prozent von einer Million sind nun einmal deutlich mehr als 25 Prozent von 10.000.

    2. Wahrnehmungspsychologische Experimente haben ergeben, daß die meisten Leute Schwierigkeiten mit mathematischen Abstraktionen haben. Das fängt schon bei der Prozentrechnung an. Deswegen reden alle Demagogen auch immer vom 'Generaldirektor' und seiner 'Sekretärin' oder vom 'Chefarzt' und der 'Krankenschwester' - denn die gesellschaftlichen Hierarchien werden in der Regel gut begriffen. Wenn man also Steuerkonzepte in Hinblick auf eine komplexe Wirklichkeit bewerten will, sollte man möglichst viele exemplarische Berechnungen in die Diskussion einbringen.

  1. "Demokratieversagen", das neue Modewort um Un-Gerechtigkeiten und offensichtlich Falsches zu erklären.

    Aber handelt es dabei nicht eigentlich um das Urdemokratische, den Willen der Mehreit der Bevölkerung zu respekieren und dann auch Umzusetzen; selbst wenn es als Ungerecht vom anderen Teil, der Minderheit, empfunden wird?

    Genau hier liegt die Krux. Entweder man geht von einem Vorverständnis aus, was Gerecht ist und unterwirft die Demokratie in dieser Hinsicht Schranken. Oder man läßt das Volk in jeder Hinsicht souverän sein; auch wenn dadurch Nachteile für Gruppen oder sogar das ganze Gemeinwesen entstehen.

    Es handelt sich also nicht um ein Versagen der Demokratie, sondern um ein Institutionelles. Wenn Institutionen, wie das Recht, nicht mehr fähig sind, den Souverän in seine Schranken zu weisen, dann kann Demokratie nicht versagen, denn sie hat noch nicht einmal sta(a)ttgefunden.

    • 02.09.2005 um 17:40 Uhr
    • Saki

    Eigentlich steht es ja schon in dem Artikel, aber ich möchte es nochmal gesondert hervorheben: Die Komplexität des deutschen Steuerrechts rührt keineswegs vom linear progressiven Tarif, sondern von den Regelungen, die für die Berechnung der Bemessungsgrundlage gelten. Ist die erst einmal ermittelt, kann man auch mit einem linear progressiven Tarif die Steuerlast auf einem Bierdeckel berechnen (jedenfalls ist die Mathematik dahinter so einfach, dass sie von einem Fünftklässler bewältigt werden sollte.)

    Um das Steuerrecht zu vereinfachen ist daher eine Flat-Tax gar nicht nötig. Man braucht keinen einheitlichen Steuersatz um die Pendlerpauschale und Nachtarbeitszuschläge in das Einkommen miteinzubeziehen.

    Das im Kirchhofschen Konzept beides miteinander verknüpft wird, soll wohl den Eindruck ausgleichender Gerechtigkeit hervorrufen. Diese entsteht aber kaum individuell sondern höchstens nach dem Modell: Was der Kirchhofstaat dem einen nicht mehr wegnehmen wird, wird er sich eben von Anderen hohlen.

  2. Der Politologe Philipp Genschel schreibt: "...Die Flat Tax hat diese symbolhafte Wirkung nicht. Sie entfaltet zwar auch Progressionswirkung, aber nur indirekt über den Grundfreibetrag – und das empfindet eine Bevölkerungsmehrheit möglicherweise als ungerecht."
    Das führt zu der Frage: Wie kann eine Mehrheit der Bevölkerung und der Abgeordneten, die keinerlei mathematisches Verständnis hat, überhaupt diese tatsächlich vorhandene Progressionswirkung erkennen und beurteilen, sie aber trotzdem als ungerecht empfinden? Woher kommt dieses behauptete oder angenommene Ungerechtigkeitsgefühl? Dazu muß man sich klarmachen, daß die meisten Journalisten, Politiker und Abgeordneten selber kaum rechnen können, denn sonst hätten sie einen anderen Beruf (zum Beispiel Mathematikprofessor) ergriffen. Sie verlassen sich einfach auf andere, meist mathematisch halbgebildete, aber ideologisch voreingenommene Gurus. Und mit diesem Halbwissen gehen sie auf Wahlkampf, erzählen den ergriffenen Wählern, was sie als gerecht und ungerecht zu halten haben. Keiner setzt sich hin und rechnet das nach. - Der vorliegende Artikel enthält Wahrheiten, die aber im nächsten Satz schon widerlegt werden. Ich habe ihn mehrmals gelesen: er ist mathematisch nicht nachvollziehbar. - Vor allem wird postuliert, dass eine Umverteilung von allen Parteien gewollt sei, nur die Umverteilung würde von der Mehrheit akzeptiert. Umverteilung geht aber nur in einer Diktatur. (Hitler: Autarkie, geschlossene Grenzen, Arbeitsdienst. Stalin: Kommunismus, Zentralismus, Bonzenwirtschaft, Quantität vor Qualität, Planerfüllung, geschlossene Grenzen.). Will der Politologe eine Wirtschaftsdiktatur? Will er den gläsernen, unfreien Menschen? - Er hat Recht, dass man ein gerechtes Steuersystem nicht demokratisch herbeiführen kann, weil diejenigen, die es verstehen, nicht diejenigen sind, die es dem Volk plausibel erklären, sondern das tun Demagogen, die ihre eigenen Zwecke verfolgen. - Die Reichen wollen hohe Steuersätze, denn nur diese bieten einen Anreiz, dieses dem Staat zustehende Geld über Verlustmodelle in die eigene Tasche umzuleiten. Dieses Geld kommt aber nicht von ihnen selber, sondern von ihren Auftraggebern oder Arbeitgebern, und die holen es über die entsprechend höheren Preise von den Käufern der Waren und Dienstleistungen. Also sind hohe Steuern in einer Demokratie ein ideales Mittel, um an das Geld der kleinen Leute zu kommen. Diese Chance haben bei einem progressiven Steuersatz nur die Reichen, die Armen aber nicht, denn sie zahlen kaum Steuern, die sie durch Steuertricks in die eigene Tasche umleiten können. Der Widerstand gegen einen optimalen, einheitlichen Steuersatz kommt hauptsächlich von den Reichen; aber den unwissenden Wählern sowie den dummen, machtlüsternen Parteien erzählen sie, die Progression habe eine Umverteilungswirkung von oben nach unten und sei deshalb "gerechter". Ein Politologe sollte das eigentlich durchschauen können.

  3. Wenn ich ja eins nicht leiden kann, dann sind es oberlehrerhafte Einschätzungen des Gerechtigkeitsempfinden der deutschen Bevölkerung und deren angeblich fehlender Mathematikkenntnisse....spricht hier ein Mathematikprofessor oder ein Nobelpreisträger oder nur ein kleiner Studienrat, der mal ein bisschen Mathe studiert hat?

    Das Ungerechtigkeitsempfinden nährt sich nämlich aus zwei Tatsachen: Preise und Abgaben sind absolut und orientieren sich nicht prozentual am Einkommen. Daher ist z.B. eine steuerliche Mehrbelastung von 5 % für niedrige Einkommen immer schmerzhafter als für jemanden, der deutlich sechsstellige Jahreseinkommen nach Hause trägt. Jemand, der gerade so über die Runden kommt, hat nur wenig Verständis für denjenigen, die ihren Porsche -leider, leider- zwei Monate länger fahren müssen.
    Jeder, der z.B. selbstständig tätig ist ,weiss doch wohl, wie er Kosten erzeugen und somit sein Einkommen klein rechnen kann. Steuersparmodelle wie Immobilien-, Container-, Tanker- und wasweisich-Beteiligungen sind vielleicht besonders elegante Methoden. Aber ich werde es in Zukunft auch ohne hinkriegen, weniger als eine Krankenschwester mit Nachtdienst (oder bald ohne) zu bezahlen. Wetten? Und das ahnt oder weiss der mathematisch ungebildete Pöbel auch. Und deshalb fühlt er sich nicht wohl dabei. Ich übrigens auch nicht: ich zahle definitiv deutlich weniger als 25 %.

  4. Wenn "Aestheten" mal durchschauen, dass die hohen Steuersätze der Reichen letztendlich von uns, den kleinen Leuten, bezahlt werden, dann wird sich ihr "Gerechtigkeitsgefühl" gewaltig ändern. Aber dieser Gedankengang führt nicht direkt, sondern über einige Zwischenschritte zum Ziel; deshalb wird es, wie bei den Fernsehduellen, schon schwieriger zu folgen. Dann bekommt immer derjenige den Applaus, der kurze griffige Formulierungen bringt und das Bauchgefühl anspricht. Und diese so beeindruckten Leute machen dann ihr Kreuzchen einfach so aus dem Gefühl heraus. Eine schlechte Basis für eine wirklich notwendige Steuerreform.

  5. Die 25-Prozent-Hürde. Warum aus dem Steuer-Traum von Paul Kirchhof schnell ein Albtraum werden könnte.
    Zum Kommentar "objektiv falsch" von sneff.
    Dieser hervorragende Kommentar, der eine Untersuchung über die Progressionswirkung durch den steuerfreien Grundbetrag auch bei einem einheitlichen Steuersatz enthält, sollte Pflichtlektüre für alle Parteipolitiker und Wahlredner sein. Man sollte alle Wähler darüber aufklären, damit sie sich dann ein fundiertes eigenes Urteil bilden können. Ein Steuermodell ist nur dann gerecht, wenn es die bürgerlichen Ideale Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verwirklicht. Kirchhofs Modell ist gut, was Gleichheit (einheitlicher, optimaler Steuersatz) und Brüderlichkeit (ausreichend hoher Grundfreibetrag für alle) anbetrifft, die Freiheit (persönlicher Freibetrag) kommt bei ihm aber etwas zu kurz. Und was Bürger machen, wenn man ihnen Jahre lang das Gefühl der Freiheit nimmt, das konnten wir 1989 studieren. -(Siehe dazu auch das Interview mit Friedrich Merz "Die Reichen werden zahlen" nebst Kommentaren.) - Der optimale Steuersatz liegt dort, wo der Staat bei ausreichender Freiheit ein maximales Steueraufkommen erzielt.

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