Was begehrt eine Frau, die alles hat und haben kann? Isabel Bigelow (Nicole Kidman), die allmächtige Hexe, kommt aus dem Reich der absoluten Freiheit und sehnt sich doch nach den Mühen der Ebene, nach einem ganz gewöhnlichen Alltag. Statt reinen Genuss will sie Arbeit, statt umwegloser Lusterfüllung puritanischen Verzicht. Der Traum dieser Frau, die Materie, Menschen und Tiere mit einem einfachen Nasenwackeln ebenso leicht manipulieren kann wie den Fluss der Zeit, sind ein Haus in der Vorstadt und ein Mann zum Verlieben, gerne mit Schweißgeruch als Echtheitszertifikat. Nora Ephrons Komödie Verliebt in eine Hexe ist das freie Remake der gleichnamigen Sechziger-Jahre-Fernseh-Soap, die von den Abenteuern einer mit magischen Fähigkeiten ausgestatteten Ehefrau in der amerikanischen Kleinbürgerwelt erzählte. Der normalsterbliche Mann der Hexe war damals der unterlegene Part.

Stand seiner angeheirateten Familie der Sinn nach Scherzen, dann musste er schon mal mit einer riesigen Hummerhand herumlaufen. Ephrons Adaption verkompliziert die schlichte Grundstruktur des charmanten Originals allerdings durch ironische Verdopplung: Mit einer überflüssigen Drehbuchvolte wird die Hexe Isabel ausgerechnet für die Hauptrolle eines Serien-Remakes der originalen Verliebt in eine Hexe-Soap engagiert. Ihr Filmpartner Jack Wyatt (Will Ferrell) entdeckt Isabel und ihre hübsche Nase zufällig in der Ratgeberecke einer Buchhandlung. Sie ist seine Wunschbesetzung, er ihr Fleisch gewordenes Männerideal. Aus dem seinerzeit leicht anarchistischen Grundstoff macht Ephron ein Monogamie-Komödchen, das alle wilden Triebe domestiziert. Selbst Michael Caine als hedonistischer Hexenvater tauscht am Ende seine jungen Liebschaften aus Furcht vor Geschlechtskrankheiten gegen einen treuen Platz an der Seite von Shirley MacLaine. Ganz manierlich spielt sich das ab, wie immer bei Ephron, die den neokonservativen Zug des US-Entertainments so erfolgreich wie kaum jemand anders repräsentiert. Dabei scheint Nicole Kidman, die immerhin schon Atombomben entschärft (The Peacemaker), Paris verführt (Moulin Rouge) oder Diktatoren in Schach gehalten hat (Die Dolmetscherin), so belanglos wie die von ihr herbeigesehnte Spießerexistenz. Ihre Emanzipation als Hexenwesen ist ein einziger Rückschritt. Da täuscht dann auch kein Zauber mehr.