Naturkatastrophe Stabil bauen, Klima schonenSeite 4/4
ZEIT: Welche Maßnahme zahlt sich am meis-ten aus?
Rauch: Eindeutig die Prävention von Sturmschäden. Stürme sind die größten Schadenbringer. Seit 1950 sind 75 bis 95 Prozent der versicherten Schäden infolge von Naturkatastrophen sturmbedingt. Erdbebenrisiken, etwa in Kalifornien, sind im Vergleich zu Stürmen viel seltener, es kann Jahrzehnte dauern, bis sich hier Gebäudeinvestitionen auszahlen.
ZEIT: Haben Europäer und Amerikaner den gleichen Nachholbedarf bei der Sturmsicherung?
Rauch: Nein. In Europa fallen die Schäden meist zehnmal geringer aus als in den USA und sind überwiegend durch viele kleine Zerstörungen bedingt. Die entstehen vorwiegend an schlecht gewarteten, alten Gebäuden. Der Sturm Lothar kostete zwar sechs Milliarden, aber es waren drei Millionen Gebäude betroffen mit durchschnittlich 2000 Euro Schaden. Bei uns stürzen selten Häuser ein. In den USA hingegen sind es oft größere, strukturelle Schäden. Das liegt auch an der Mentalität. Wer das mobile Haus liebt oder es nur für wenige Jahre kauft, der sucht keine feste Burg. Bei uns wäre übrigens die Prävention speziell von Hochwasserschäden am lohnendsten.
ZEIT: War die jüngste Flut in Bayern, Österreich und der Schweiz tatsächlich eine Jahrhundertflut ähnlich dem Elbehochwasser?
Rauch: Niederschlag und Wasserpegel erreichten an mehreren Orten Jahrhundertwerte. Dennoch war der Gesamtschaden beim Elbehochwasser viel höher als bei der jüngsten Flut. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor, aber die größten Zerstörungen betrafen die Schweiz.
Die Fragen stellte Hans Schuh
- Datum 01.09.2005 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 01.09.2005 Nr.36
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