Derartige Ausfälle kann der Weltmarkt ausgleichen. Schlimmer wäre es, sollten Raffinerien beschädigt sein. Sie verarbeiten nicht nur das Öl aus dem heimischen Golf. New Orleans ist der Hafen, in dem die meisten Supertanker festmachen. Neun Raffinerien sind am Wochenende geschlossen worden. Einige liegen dort, wo die höchsten Windgeschwindigkeiten gemessen wurden.

Das größte Hindernis der Rettungsarbeiten ist auch am Dienstag die Dämmerung, die sich über die Küste senkt. Die Helfer vermuten Hunderte Eingeschlossene in den frisch überfluteten Gebieten. Ohne Tageslicht können die Boote nicht durch die Straßen fahren, überall hängen gefährliche Hochspannungskabel ins Wasser. Aus der Tiefe steigen aus beschädigten Leitungen Gasblasen empor.

Nun hat die Diskussion darüber begonnen, wie das Wasser aus der großen Wanne zu lassen sei. Einen natürlichen Abfluss gibt es nicht. Selbst wenn der Damm repariert wird, reicht die Kapazität der Pumpen nicht aus, um die Stadt schnell trocken zu legen. Ratten, Mäuse, Schlangen, Alligatoren konkurrieren mit den Menschen um trockene Plätze. Trinkwasser könnte knapp werden.

Es wird dauern, bis die Normalität zurückkehrt. Die Sturmsaison ist längst nicht vorüber. Allein bis Mitte Oktober dürften weitere sieben bis zehn Hurrikane Amerikas Südküste heimsuchen. Mindestens zwei davon könnten so mächtig sein wie Katrina.