Vor 37 Jahren. Die ersten Minuten aus George A. Romeros Film Night of the Living Dead. Ein Geschwisterpaar. Ein weißer Wagen. Ein weiter, einsamer Friedhof. Hinten, zwischen den Grabsteinen, von denen manche mit US-Flaggen geschmückt sind - der Vietnamkrieg ist allgegenwärtig -, torkelt der erste lebende Tote, der erste Zombie der Filmgeschichte herum. Ein groß gewachsener Mann, hager, im schwarzen, zerrissenen Anzug. In diesen Minuten trifft der Horrorfilm seit vielen Filmjahren zum ersten Male wieder auf die Gegenwart.

Noch gibt es Reminiszenzen. Die Gräber. Die Boris-Karloff-Statur des Zombies.

Aber es ist Tag. Und ein weiter, bedeckter Himmel wirft sein schatten- und ausdrucksloses Licht. Diese Helligkeit, diese Gegenwart wird es in den großen Horrorfilmen nachher wieder geben. In Halloween. In Shining. Im Texas Chainsaw Massacre. In einem Buch, das Monsieur Truffaut, wie haben Sie das gemacht? heißt und das an das berühmte Hitchcock-Interview erinnern soll, was nicht klappt: Weil Truffaut nicht den Vater macht und die Interviewer auch nicht die Söhne, kommt das Gespräch auf Carrosse d'or von Jean Renoir.

Sie sprachen einmal in ähnlichem Zusammenhang vom Himmel in Le Carrosse d'or. Störte der Sie nicht auch?

Ja, völlig richtig.

Obwohl Sie doch Carrosse d'or sehr lieben.

Carrosse d'or ist einer der geschlossensten Filme, die es gibt, und in dieser Hinsicht vielleicht nur Rear Window vergleichbar, denn es gibt nicht viele wirklich geschlossene Filme. Und trotzdem ging Renoir ein- oder zweimal in den Hinterhof des Studios, um zu zeigen, wie die Karosse bei ihrer Ankunft Staub aufwirbelt. Aber dabei wird links und rechts über den Gebäuden ein Stück Himmel sichtbar, und das stört mich natürlich. Doch, wirklich, das stört mich, und ich habe mich diesen Einstellungen lange Zeit einfach verweigert. Ich lehne sie noch heute ab.