Embryonenforschung Lizenz zum KlonenSeite 4/4
Er und seine Ehefrau Petra sind begeistert von England. Inwischen richtet die Universität in seinen ehemaligen Räumen im dritten Stock eine »gmp-facility« ein, eine richtige Fabrik, in der bald Stammzellen und deren Abkömmlinge unter Hochreinbedingungen gezüchtet werden sollen – geeignet für den Einsatz in Patienten. Als er vor drei Jahren im Centre for Life anfing, gab es praktisch nichts an Ausstattung. »Ich hatte ein Mikroskop und einen Brutschrank für Zellen.« Inzwischen kommandiert er eine 20-köpfige Truppe, und seine Labors sehen beeindruckend aus. Sie sind voll gestopft mit Toptechnik – Zeiss, Eppendorf, alles deutsche Produkte. »Die sind einfach die besten.«
Insgeheim zieht es das Ehepaar denn auch nach Deutschland zurück. Ihnen fehlt die deutsche Lebensart. Nur das Schwarzbrot fehlt nicht mehr, seit es Aldi in England gibt. »Aber es tut mir wahnsinnig leid, dass ich alles, was ich in Deutschland gelernt habe, nur hier anwenden kann. Wenn ich meine Arbeit auch in Deutschland machen könnte, würden wir keine Sekunde überlegen. Es ist nun mal die Heimat meiner Frau, meine war es elf Jahre lang auch.«
Noch eine Bedingung hat er. »Ich will nie auf meine Frau als Mitarbeiterin verzichten.« Die beiden arbeiten sieben Tage in der Woche zusammen. »Wunderbar« sei das – »und ich sage das nicht, damit ich heute ein schönes Abendessen bekomme«. Petra Stojkovic teilt die Forschungsbegeisterung ihres Mannes. Es mache ihr Spaß, auch den Samstag und Sonntag im Labor zu verbringen. »Das ist eine Gelegenheit, ihn am Wochenende mal zu sehen.«
Obwohl die letzten drei Jahre für beide sehr aufregend waren, haben sie noch ein neues Projekt – ein Kind. Bislang sei einfach kein Raum dafür gewesen, sagt Stojkovic. Nun muss es sich zeigen: »Bei In-vitro-Zeugung bin ich Spezialist, in vivo muss ich es erst noch beweisen.«
- Datum 01.09.2005 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 01.09.2005 Nr.36
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