Sich über Wahlkampfbaseballmützen amüsieren? Über das große AM im teAM Zukunft? Darüber, dass das Wahlkampfbüro von Angela Merkel nach der Zukunft benannt ist, wo es doch seine Arbeit bestimmt pünktlich zum 18. September einstellt? Ach nein, alles zu billig. Erwähnenswert ist eher die Beliebtheit des Wortes Team in der Welt der CDU. Angela Merkel legt großen Wert darauf, dass ihr Schattenkabinett Kompetenzteam heißt. Im Saarland gab es ein Peter-Müller-Team, und in NRW machte eine Gruppe Wahlkampf für Jürgen Rüttgers, das sich NRWin-Team nannte. Und jetzt eben das teAM Zukunft. Das Wort Team kam gefühlterweise in den frühen Siebzigern zu uns ins Land, als einer der ersten Anglizismen, es kam mit der gleichen Lieferung wie Jogging oder Spirit. Und so darf es gleichermaßen als traditionell und als modern gelten, ein richtig gutes CDU-Wort also. Team klingt auch einfach besser als Mannschaft oder Gruppe. Bei einer Gruppe denkt man an Gruppendynamik, Gezänk, Hierarchien. Im Team ist alles schön hierarchisch-flach, flexibel und effizient: Teams werden gebildet zum Erreichen eines Ziels, danach ist Schluss. Eine Gruppe diskutiert, ein Team reüssiert. Sind nicht auch die Teamchefs der Nationalmannschaft (Beckenbauer, Völler, Klinsmann) stets erfolgreicher als ihre Trainer (Derwall, Voigts, Ribbeck)? Es muss erwähnt werden, dass die CDU nicht mehr ganz allein ist mit ihrer Teamliebe. Vor zwei Jahren benannte Minister Clement eine Kampagne gegen Arbeitslosigkeit »Teamarbeit für Deutschland«. Deren Internet-Seite sieht fast genauso aus wie die Seite des Zukunfts-teAMs. Man bedient sich halt. Vielleicht ist man ja sowieso bald ein ganz großes Team. Matthias Stolz