Während in Berlin noch der Streit um das geplante Zentrum gegen Vertreibungen tobt, praktiziert man in der Provinz eine stille Form der Versöhnung zwischen Deutschland und seinen Nachbarn. So wurde in der tschechischen Stadt Ústø nad Labem (Aussig), nahe der sächsischen Grenze, eine Gedenktafel enthüllt, die an die Ermordung von Sudetendeutschen erinnert. Und erstmals besuchte ein Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Johannes Böhm, das ehemalige KZ Theresienstadt sowie die Überreste des von der SS niedergebrannten Dorfes Lidice. Um die geplante finanzielle Entschädigung antifaschistischer Deutscher durch den tschechischen Staat ist jedoch inzwischen ein Streit zwischen Premierminister Paroubek, der sie befürwortet, und dem widersprechenden Staatspräsidenten Klaus ausgebrochen.