In den Vereinigten Staaten bahnt sich offenbar erneut ein Corporate-Governance-Skandal an. Reporter der Seattle Times wollen kürzlich mindestens 26 Fälle von Insiderhandel in der Pharmabranche dokumentiert haben. Demnach ist es weit verbreitet, dass Bankiers, Wall-Street-Analysten und Manager von Hedge Fonds sich vorab Informationen darüber besorgen, wie die klinischen Tests neuer Arzneimittel laufen. An den Tests beteiligte Ärzte sollen bis zu 500 Dollar pro Stunde für einschlägige Auskünfte kassiert haben. Solcher Insiderhandel wird in den USA üblicherweise hart bestraft: Martha Stewart, die prominente Fernsehköchin und Stilberaterin, musste wegen Insiderhandel mit Bio-Tech-Aktien ins Gefängnis. Washington ist alarmiert: Charles Grassley, Chef des Senatskomitees für die Aufsicht der Finanzmärkte, hat die Wertpapieraufsichtsbehörde SEC zu Ermittlungen aufgefordert. Etliche medizinische Fakultäten untersuchen, ob ihre Ärzte Vertraulichkeitsregeln gebrochen haben.