Neue Töne bei VW: Erst malt Konzernchef Bernd Pischetsrieder Werkschließungen an die Wand, und jetzt droht sein Mann fürs Grobe, Markenchef Wolfgang Bernhard, öffentlich damit, den neuen kompakten Geländewagen in Portugal zu bauen. Dabei war es ebendieses Auto, das im Wolfsburger Stammwerk zukünftig für die dringend benötigte bessere Auslastung sorgen sollte. Ein Ultimatum, bis zum 26. September auf die bereits für die Touran-Fertigung geltenden Arbeits- und Entlohnungsbedingungen einzugehen, setzt dem neuen Betriebsratschef Bernd Osterloh das Messer auf die Brust. Es bedeutet nicht weniger als massive Einkommenseinbußen für die bisher nach dem Werkstarif entlohnten VW-Arbeiter in Wolfsburg. Der Werkstarif wäre damit tot.

Dabei hatte es nach den Zugeständnissen von IG Metall und Betriebsrat bei den Tarifverhandlungen im Herbst schon so ausgesehen, als ob die Produktion des neuen Geländewagens in Wolfsburg so gut wie gesichert wäre.

Jetzt brauchte VW dringend einen Vermittler wie Peter Hartz. Doch der hat sich durch den Skandal um die Luxusreisen ins Ausland selbst hinauskatapultiert.

Keine Frage, VW muss die Kosten senken, um in seinen deutschen Standorten profitabel Autos zu bauen. Dazu müssen auch die Arbeitnehmer Opfer bringen.

Keiner kann sich ernsthaft die Verbrüderung mittels Auslandstrips zurückwünschen, aber eine Kooperation der intelligenten Art von Managern und Betriebsrat tut gleichwohl Not. Öffentlich ausgetragene Machtspiele vergiften das Klima. Über den neuen Stil in Wolfsburg kann sich nur einer freuen: die Konkurrenz.