Wie wird die Zukunft? Flach. Deutschland ist das ideale Flat-Tax-Land, das steht schon mal fest. Wer noch was werden will, legt sich hin. Christian Wulff sagt es sehr schön: "Zwischen mich und Angela Merkel passt kein Blatt Papier." Im Gefolge der Flat Tax sehen wir noch Flacheres am Horizont: die Flat Nation, das Flat Government, das Flat Thinking sowie die Flat Fates (flache Schicksale) und Flat Tragedies (Flachtragödien) der Zukunft. Lieber Staat, bitte in die Knie gehen, flach auf den Bürger legen und Ruhe bewahren (Flat Breezing), bis der Drache Zukunft seinen Feueratem anhält. Wichtigstes Stichwort der Zukunft allerdings ist das Flat Aging, das flache Altern – das Wegducken beizeiten, die innere Verrentung zugunsten der folgenden Generationen.

Es wird behauptet, die heutige Gesellschaft sei infantil, selbst 70-Jährige seien noch große, lebensunfähige Jungs. Das Gegenteil ist wahr: Heute ist man schon als 30-Jähriger alt. Die Zukunft ist berechnet und vergeben bis ins dritte Glied. 2030, im Horrorreferenz-jahr der Bevölkerungsforschung, sind die 30-Jährigen von heute ältere Herrschaften. Sie wissen jetzt schon, dass es dann für sie keine warme Suppe, kein Seniorenheimbett, keine Star- und keine Hüftoperation geben wird. Und während sie all das still bedenken, wird ihr Blick trüb, die Hüfte sticht, das Rückgrat rundet sich, und die Zähne fallen aus. Sie legen sich flach.

So ist der junge Mensch von heute: kein Durchregierter, aber ein Ausgerechneter, Hochgerechneter, Abgerechneter. Ein Pflegefall im Geiste. Was bereust du am meisten?, fragt im Werbespot ein Sohn seinen grauen Vater. Der Alte, was für ein Gockel, ziert sich und gurrt: "Dass ich meine Brillen nicht schon früher bei Fielmann gekauft habe." Die hatten Sorgen damals, 2005.