THE ECONOMIST
Das britische Finanzblatt The Economist titelte in der vorvergangenen Ausgabe mit einem muskelbepackten Bundesadler. Thema: Deutschland auf Erfolgskurs. Gerhard Schröder zeigte das Heft in Talkshows herum. Wir sprachen mit dem Autor des Artikels, Ludwig Siegele. Er ist Korrespondent des Economist und deutscher Staatsbürger.
DIE ZEIT: Wie kommen Sie darauf, dass es Deutschland gut geht?
Ludwig Siegele: Die Fakten sind bekannt, wir sehen das Glas halb voll.
Reformen wurden angefangen, Deutschland ist Exportweltmeister, die Unternehmen haben Kosten gesenkt. Mehrere Indikatoren zeigen, dass Deutschland über den Berg ist.
ZEIT: Eine Steilvorlage für Schröder. Hat er sich bei Ihnen bedankt?
Siegele: Nein, er hat sich nicht bedankt. Aber Regierungssprecher Bela Anda hat 500 Exemplare bestellt. Er will die wohl verteilen. Ich finde das toll.
Besonders, weil wir in unserem Artikel den Machtwechsel nahe legen.
ZEIT: Hat Sie die Aufregung überrascht?
Siegele: Es hat mich gewundert, wie stark das deutsche Bedürfnis nach positiven Nachrichten ist. In Deutschland entsteht oft langes Jammern, in England dagegen fragen die Leute: Was können wir tun?
- Datum 08.09.2005 - 14:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 37/2005
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