Frankreich Die Wirtschaftspatrioten
Französische Politiker wollen Unternehmen vor Übernahmen aus dem Ausland schützen. Doch vielen Firmen passt das nicht
Mitte Juli herrschte in der Danone-Zentrale am Pariser Boulevard Haussmann Alarmstufe eins. An den Bör- sen ging das Gerücht um, das amerikanische Limonadenunternehmen PepsiCo plane die Übernahme des französischen Milch-, Mineralwasser- und Kekskonzerns. Zur Abwehrschlacht setzte Danone Himmel und Hölle in Bewegung. Premierminister Dominique de Villepin appellierte an den »ökonomischen Patriotismus« der Franzosen. Innenminister Nikolas Sarkozy rief Behörden, Banken und Aktionäre zur »Blockbildung« auf. Auch die kommunistische Gewerkschaft CGT und der Bauernverband trommelten für den »Schutz der nationalen Lebensmittelversorgung«.
Dann kam von PepsiCo das offizielle Dementi aller Kaufabsichten. Das quittierte ein Danone-Sprecher mit dem Freudenruf: »Wir haben die erste Runde überstanden und den Pepsi-Leuten klar gemacht, was ihnen blüht.« Weil es aber Zweifel gibt, ob die Amerikaner überhaupt jemals interessiert waren, blüht den Beteiligten in Paris jetzt ein Verfahren der Börsenaufsicht – wegen Kursmanipulation. Denn trotz schlechter Finanzdaten war die Danone-Aktie während der Abwehrschlacht um 20 Prozent gestiegen.
Warum sich die Danone-Verteidiger vor den Karren eines in 150 Ländern operierenden Konzerns spannen ließen, der nur noch knapp ein Viertel seiner 90.000 Mitarbeiter in Frankreich beschäftigt, bleibt bei alldem eine offene Frage. Das einstige Wort des Firmengründers, Danone sei »so französisch wie die Kathedrale von Chartres«, gilt spätestens seit dem Gang des Unternehmens an die New Yorker Börse 1997 nicht mehr. Kritiker werfen dem Unternehmen ohnehin vor, es habe die Horrorkampagne gegen PepsiCo gestartet, um irgendwann später mit dem schweizerischen Wunschpartner Nestlé zusammenzugehen.
Das rührt die französische Regierung wenig. Sie heizt die Debatte um den »ökonomischen Patriotismus« weiter an. Kürzlich wurde eine Schutzliste von zehn Schlüsselbranchen veröffentlicht, die gegen Ausländer verteidigt werden müssten. Darauf befinden sich sämtliche Rüstungsbetriebe sowie Unternehmen der Sicherheitstechnik, der Biotechnologie, von Kommunikations- und Abhöranlagen und Hersteller von Informatiksystemen und Impfstoffen. Wirtschaftsexperten im Pariser Parlament fordern bereits, auch die zivile Luft- und Raumfahrt sowie die Energieerzeuger auf die Liste zu setzen. In Deutschland werden »Heuschrecken« kritisiert, Frankreich übt bereits den Ernstfall.
Man habe nichts gegen Firmenübernahmen, behauptet Industrieminister François Loos: »Wir wollen nur die Wettbewerbsfähigkeit und Unabhängigkeit unserer strategisch wichtigen Unternehmen stärken.« Er verweist auf die USA, wo seit 1975 das Committee on Foreign Investments im Washingtoner Finanzministerium über den Einstieg von Ausländern bei Unternehmen wacht, die für die nationale Sicherheit als wichtig gelten.
Lassen die USA bei ihren Sicherheitsinteressen schon »sehr weite Interpretationen« zu, wie EU-Handelskommissar Peter Mandelsohn kritisiert, so ist das französische Pendant der »strategisch wichtigen Industrien« vollends ein Gummibegriff. Weit über die Landesverteidigung hinaus hat etwa Arbeitsminister Jean-Louis Borloo auch Unternehmen im Auge, die »für Frankreichs Beschäftigung, Landesentwicklung, Gesundheit und Lebenskunst« verantwortlich sind.
Was Wirtschaftspatriotismus anrichtet, hat der ehemalige Wirtschaftsminister Nicolas Sarkozy gezeigt. Erst schreckte er bei der Fusion der Pharmakonzerne Sanofi und Aventis den Schweizer Interessenten Novartis ab. Dann verhinderte er, dass Siemens die besten Stücke vom Eisenbahn-, Schiffs- und Turbinenhersteller Alstom erwarb und ließ den französischen Staat 20 Prozent des Alstom-Kapitals übernehmen.
- Datum 15.09.2005 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 15.09.2005 Nr.38
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Wenn die französischen Unternehmer und ihre Verbände über die Entscheidungen aus Brüssel so verärgert sind,sollte sie einmal in Deutschland einen Betriebausflug zur AEG in Nürnberg machen,dort können sie hautnah erleben,was es heisst,internationale Wirtschaft zu gestalten.Dort treibt die schwedische Familie Wallenbeg ihr unwesen und schickt eine ganze Region in die soziale Verelendung,was vorher der Holländer Phillips mit Grundig angestellt hatte...
Wir selber tricksen uns mit den Energiemonopolisten E.ON,RWE,Vattenfall und EnBW selbst aus.Die Strombarone reissen die Energiekosten aus reinen Profitkosten in den Himmel,das profitable Firmen wie die Affinerie in Hamburg( 1200 Beschäftigte,Alu-Hütte Stade 2300 Beschäftigte)
in den Ruin zu drücken.
Bei Hanns Grohe in NRW ( 3400 Mitarbeiter in 4 Werken)wird das ganze Dilemma sichtbar:
Eine Familie,oder deren Erben,von schierer Angst vor dem Sozialismus getrieben,verkaufen ihre floriende Firma an "Investoren".( (Texas Pacific Group).
Die bezahlen die Erben mit Geld aus Krediten aus.Diese Kredite,möglichst hoch verzinst,müssen die Kollegen von Grohe zurückzahlen.Mit Zins und Zinseszins...(Die Banken wolen schließlich auch ihren "Schnitt"machen)
Dazu werden abstruse Forderungen nach Rendite von 20% und mehr gefordert.Ein Ding der Unmöglichkeit.Das schreibt selbst das Manager Magazin.Und die sind ganz bestimmt keine Gewerkschaftsredakteure...
Wenn das nicht geht,wird der "Laden"zerschlagen und nach Polen und Ungarn oder Shanghai verschoben.
Von dort kommt dann das "Made in Germany"her.Fragt sich bloß,wer hier von den Arbeitslosen diese teueren Produkte erwerben soll ?So viele Häuslebauer gibts in China nun auch nicht.Die haben dafür 6 millionen Wanderarbeiter.Unqualifizierte Menschen.Die schlafen auf Matrazenlagern.
Bei der Elektrolux haben die "Manager" die Grundlagenforschung deutscher Ingenieure bei Elektronik und Mechanik systematisch ausgetrocknet.Elektrolux hat selber nur Primitivprodukte im Haushaltssortiment.Die soll jetzt in Polen biligst "nachfabriziert"werden?Wo bleibt da die Zukunftsentwicklung-ich wage es zu bezweifeln,dass die Helfer in Polen das in einer Generation so abwickeln können.Die Franzosen sollten eine Lehre daraus ziehen,was sich zur Zeit hier in Deutschland mit diesen schäbigen Marodeuren abspielt,sonst könnte genau dieses Schema in Frankreich deren prosperierende Ökonomie zerschlagen.
In Verquickung mit den ethnologischen Problemen Frankreichs,dürfte sich dort ein veritables Pulverfass auftun.
Mich würde dann interesseieren,welcher Premier sich dann an die "Volksfront"traut und den arbeitslosen Bewohnern dann dort noch Hoffnung auf eine sicher Zukunft machen wird.
Bevor die Häuser und Fabriken brennen.
Vor dem Mauerfall mussten das Kapital rücksicht nehmen, damals habe ich das schon ulkig gefunden, dass die so lieb zu uns seien sollen. Es musste Rücksicht nehmen weil wir sonst Kommi hätten schwenken können. Jetzt nimmt sich das Kapital nur zurück was es damals investierte bis die Mauer fiel.
Dem Osten wurde vorgegaukelt wie gut wir es hier hätten, wir im Westen, und die hatten ja keinen Meister Proper und keine Ananas, und konnten nicht an die Côte d'Azur und an die Riviera, also wurde Neid gesäht und siehe da es funktionnierte, die mauer viel und wir fielen mit.
Dann kam die Zeit der Pastorentöchter, die ja zu Hause gelernt haben dass nur arme Leute in die Kirche gehen, also muss das Land verarmen dass die Kirchen sich wieder füllen. Tja und Frankreich: das muss etwas besseren belehrt werden weil hier die Trennung zwischen Kirche und Staat seit hundert Jahren Wirklichkeit ist.
Die Deutschen werden wieder lernen müssen zu kämpfen, um jeden Strohhalm. Das Kapital ist kein guter Freund, es ist eine versteckte Bestie was alles zerschlägt was ihm gefährlich sein könnte.
Nur was ist die Nation: die mit der Nationalität behafteten Mitglieder einer Gemeinschaft deren Ziel es ist dem Schwächsten Beihilfe zu leisten und Diesem zu ermöglichen sich zu entfalten, samt seinen Kinder.
Die vorherigen Jahrhunderte haben dies untermauert sowie deren Auswirkungen. Nun das Kapital hat keine Nationalität, es ist eine abstrakte Konstruktion welche dank seiner geballten Kräfte in jedem Land der Erde zu jeder Stunde die Keime einer Revolution legen kann.
Es ist gut dass Frankreich sich so gut wie möglich diesem Zugriff erwehrt, aber die USA tun das ja auch.
Die ägyptische Religion vermittelte die Distanz zum Tierischen, das kapitalistische System vermittelt den Wert: Was mehr Raubtier was Besser! Und siehe da es hat sich eine Welt erschaffen mit feindlischen Übernahmen usw.
Nur die Geister die ich rief, die wird auch das sich in Sicherheit wägende Kapital nicht mehr los werden. Der Pendel schlägt immer, und immer fester und die Geschichte beweist dass von Heute auf Morgen alles ganz anders ausschauen kann
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