Keime Das Brennen im BauchSeite 4/4
Die Berliner Forscher warnen vor verfrühter Hoffnung. Ein zuverlässiger Impfstoff sei vor 2010 nicht verfügbar. Bis dahin wird Helicobacter noch in Milliarden Mägen überdauern und als »bedrohte Art« sehr viel Leid über die Menschen bringen. Magenkrebs fordert jährlich etwa 750 000 Opfer, er ist zehn- bis zwanzigfach häufiger als der seltene Speiseröhrenkrebs.
Ob diese Krebsform und das Sodbrennen zunehmen, nur weil der Magenkeim verschwindet, müsste sich bis 2010 klären lassen. Bis dahin könnte man auch Genaueres über Probiotika wissen, die Blaser selbst skeptisch beschreibt. Sie seien »in den meisten Fällen allenfalls marginal hilfreich. Hundert Jahre Suche haben eher nichts gebracht.« Vielleicht drängt ja die Säure auch vermehrt in die Speiseröhren, weil die Menschen immer dicker werden, mit engen Hosen, eng geschnürten Gürteln und sitzender Lebensweise ihre Mägen quetschen.
Den aktuellen Artikel von Martin Blaser zum Thema können Sie bei Spektrum der Wissenschaft downloaden. Noch mehr Informationen zum Thema: Auf den Seiten der amerikanischen Centers for Disease Control und beim Berliner Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie
- Datum 15.09.2005 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 15.09.2005 Nr.38
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Nützlich und schädlich liegen in der Natur vielfach nahe beieinander. Deshalb empfiehlt es sich, das Beziehungsgeflecht der Mikroben untereinander und gegenüber dem Wirtsorganismus akribisch zu untersuchen. Sonst haben wir schnell wieder einen neuen Contergan-Skandal!
Die Durchseuchung mit Helicobacter liegt derzeit in Deutschland bei ca. 10% der Bevölkerung.- Von jeder hat den
"Killerkeim" kann nicht gesprochen werden.
Die Entstehung des Magengeschwürs, auf der Basis einer chronischen oder subchronischen Entzündung, ist eine sehr komplexe Angelegenheit, zu der vor allem auch weitere Stessoren, wie Rauchen, Alkohol und Diät wesentliches beitragen. Tatsächlich findet man bei 80-100% der Patienten
mit einem Magengeschwür, ob gutartig oder bösartig, eine
Besiedlung mit Helicobacter.
Die von den Gastroenterologen empfohlene Behandlung zur
Beseitigung des Keims ist zumindest kurz- und mittelfristig sehr erfolgreich. Allerdings müssen hierzu 2 oder 3 Medikamente in einer Kombination eingenommen werden. Vor allem der Antibiotikaeinsatz ist mit erheblichen Risiken
behaftet. Allerdings ist die ganze Behandlung auch ein gutes "Geschäft" : Diagnostik, Kontrolle und Theapie erfordern viele Arztleistungen.
Sinnvoll ist eine Symptom- und Risikogruppen angepasste
Behandlung, kein iatrogener overkill.
Schade, dass nun auch angesehene Fachzeitschriften und sog.
Konsensuskonferenzen dazu neigen, die Sachlage zu überzeichnen. Klar, dass der Hang zu flächendeckenden
Impfkampagnen, angesichts der Vielzahl von krebsfürchtenden
Bürgern, mehr Eindruck macht, als die sich derzeit rapide
verschlechternde Grundimmunisierung unserer Kinder.
Irgendwie will mir der Abschlusssatz nicht ganz einleuchten: Gibt es wirklich einen Zusammenhang zwischen engen Hosen und Magenproblemen? Bekanntermassen sitzt der Magen doch weiter oben und mir wurde berichtet, dass Sodbrennen gerne eher nachts auftritt.
„Den aktuellen Artikel von Martin Blaser zum Thema können Sie bei Spektrum der Wissenschaft downloaden.“
Die URL hat sich geändert und lautet nun: http://www.wissenschaft-o...
gefunden hier: http://www.spektrum.de/ar...
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