Schöner büffeln

Vom Schlafsofa bis zur Yuccapalme: Die ZEIT gibt praktische Einrichtungstipps für die erste Studentenbude

Grünzeug

Wer seine Studentenbude ergrünen lassen will, sollte Pflanzen wählen, die robust und pflegeleicht sind. Also keine Kamelien oder Azaleen, die Blätter und Blüten schon abwerfen, wenn man sie nur mal schräg anschaut. Wochenlange Abwesenheit während der Semesterferien überstehen eigentlich nur Kakteen unbeschadet. Wer manchmal ein wenig Dünger spendiert, bringt die stacheligen Freunde vielleicht sogar zum Blühen.

Auch Yuccapalmen gelten als anspruchslos. Einmal in der Woche sollte man den Topf ganz in Wasser tauchen und die Erde sich voll saugen lassen. Auf ähnliche Weise hält man Gummibäume (Ficus elastica) bei Laune. Abzuraten ist von der beliebten Birkenfeige (Ficus benjamini). Der kleine Baum quittiert schon geringe Standortveränderungen mit massivem Blattabwurf. Oft tut es übrigens ein frischer Blumenstrauß. Den kann man im Sommer zusammen mit Freund oder Freundin kostenlos auf jeder nicht überdüngten Wiese pflücken.

Erhellendes

Ein besonders schwieriges Kapitel. Wer sich schon mal in einem Lampengeschäft umgeschaut hat, fragt sich: Wer hat all diese Geschmackskatastrophen kreiert? Oder, schlimmer, wer kauft so was?

Die einfachste Lösung ist die Nulllösung. Licht macht nämlich auch eine nackte Glühbirne an der Decke. Wer das Studentenleben als Durchgangs- station begreift und gern aus dem Koffer lebt, liegt mit dieser puristischen Version goldrichtig. Wem das zu ungemütlich ist, kann einen Reispapierschirm darüberhängen. Die Japanlampe ist der zeitlose Klassiker unter den Low-Budget-Wohnaccessoires. Design-Freaks wählen ein zerknittertes, möglichst wenig symmetrisches Modell. Megaout ist der Halogendeckenfluter. Wer will schon noch stinkende, verkokelte Insektenleichen aus der Schüssel mit der glühend heißen Leuchte herausprökeln?

Für WGs sehr wichtig: eine Taschenlampe. Für das Licht im Klo fühlt sich nämlich nie jemand zuständig. Auch ein paar hübsche Kerzenleuchter sollten zwecks Gemütlichkeit in keiner Studentenwohnung fehlen.

Die Bettstatt

Kostengünstig, aber nicht gerade gesund: die Matratze auf dem nackten Fußboden. Notorischen Frostbeulen ist von dieser spartanischen Variante abzuraten. Besser: Matratzen, die man mit Chromfüßen aufbocken kann. Oder ein einfaches Kastenbett aus Fichtenholz. Das gibt es auch mit ausziehbarer Schublade, in der das Bettzeug verstaut werden kann. Dann wird tagsüber aus dem Bett ein einfaches Sofa.

Die einst so beliebten brettharten japanischen Futons sind nur etwas für abgehärtete Naturen. Das raumsparende Stockbett mit steiler Hühnerleiter hat Charme, erfordert jedoch zuweilen akrobatische Fähigkeiten, wenn es gilt, näch-tens (schlaf)trunken aufs Klo zu kommen. Manche StudentInnen träumen schon von einem Himmelbett. Doch das sollte man sich für die erste gemeinsame Wohnung aufheben.

Kleiderschrank

Ist nichts für die Studentenbude. Zu sperrig, zu schwer, zu spießig. Und beim Umziehen findet sich niemand, der das Ungetüm durchs Treppenhaus wuchtet. Das Gleiche gilt natürlich für grässliche Schrankwände aller Art.

Lockere Mädels und Jungs bevorzugen deshalb eine offene Kombination aus Regal, Kleiderstange und Wäschesack. Ivar und Billy sind die klassische Einstiegsdroge. Eine stabilere Alternative sind metallene Kellerregale aus dem Baumarkt mit dem Charme des Rustikalen. Nachteil beider Varianten: Die Klamotten verstauben oder nehmen Gerüche aus der Küchenecke an. Davor schützen bunte Pappschachteln, in denen man zumindest kleinere Teile wie Socken oder T-Shirts verstauen kann.

Besonders praktisch beim Umzug ist eine Kleiderstange aus Chrom mit Rollen dran. Dann muss man Jacken & Co. nicht in Umzugskisten packen.

Die Sitzgruppe

Wer ein separates Wohnzimmer besitzt und ein paar Euro auf der hohen Kante hat, sollte vor der Investition in ein Schlafsofa nicht zurückschrecken.

Ein Schlafsofa ist ein ausgesprochen praktisches Möbel, das sich im Handumdrehen in ein bequemes Gästebett verwandelt. Für den spontanen Elternbesuch oder den Kumpel, der nach durchzechter Nacht seinen Rausch aus-schlafen muss. Stabil sollte so ein Schlafsofa sein. Deshalb keinen Schrott aus dem Discountmöbelhaus kaufen.

Wer pleite ist, kann versuchen, der Oma das alte Kanapee abspenstig zu machen oder schaut sich im Sperrmüll oder auf dem Trödelmarkt um. In vielen Städten gibt es auch Gebrauchtmöbellager, wo immer wieder mal ein Schnäppchen wartet. Abgeschabte Stellen auf dem Polster kann man mit bunten Überwürfen verdecken, die nach Lust und Laune gewechselt werden können.

Preiswerte Liegestühle können ein Ersatz für Sessel sein. Und irgendein billiger Couchtisch findet sich auch noch.

Messer & Gabel

Mit Freunden gemeinsam zu kochen und zu essen ist in und gehört zu den schönsten studentischen Freizeitbeschäftigungen. Deshalb sollte man bei der Küchenausstattung auf Vollständigkeit und Zweckmäßigkeit achten.

Unser aller Möbelhaus hat für diesen Zweck »Startpakete« mit Geschirr und Kochutensilien gepackt. Ein Grundstock, auf den man aufbauen kann. Manchmal wollen die Eltern oder die Oma auch ein gebrauchtes Besteck loswerden. Zugreifen! Altes Silber empfiehlt sich jedoch nicht. Das muss regelmäßig geputzt werden, und Eier oder Fisch schmecken damit komisch.

Ein Muss ist die Kaffeemaschine. Espressomaschinen sind schick, haben jedoch den Nachteil, dass man bei den billigeren Modellen immer nur eine einzige Tasse brühen kann. Wenn mehrere Freunde nörgelnd auf Espressocappuccinocafelatte warten, nervt das.

Wichtig ist auch ein gut schließender Mülleimer, damit es in der WG nicht müffelt. Denn wer trägt schon gern jeden Tag den Müll runter?

Elektronisches

Heute sind schon die meisten Kinderzimmer mit Elektronik bestens ausgestattet. Deshalb kann man das Equipment gleich in die erste Studentenbude mitnehmen. Als da sind: PC, Fernseher, Stereoanlage, iPod und so weiter. Wer sein Studium ernst nehmen will, sollte die Spielkonsole bei den Eltern lassen.

Der Trend geht zum All-in-one-Gerät. PC mit Boxen als Stereoanlage und Abspielstation fürs DVD-Heimkino. Ein guter Laptop gehört auf die Weihnachtswunschliste: Der moderne Student tippt alles Wichtige schon während der Vorlesung ein.

 
  • Quelle (c) DIE ZEIT 22.09.2005 Nr.39
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