Schweizer Gesichter Die Türken der SchweizSeite 5/5
In Deutschland hatte Thomas ein Angebot für 9,86 Euro die Stunde, bei 200 Kilometer Anfahrt, da hat er gedacht: »Nöö, das mach ich nicht. Da brauch ich gar nicht losfahren, da bleibt nichts übrig.«
Deutsche sprechen laut und trinken viel
Olaf sagt: »Das ist eben der Unterschied zwischen Ost und West. Ein Ossi geht für zehn Euro, auch für neun oder acht. Da sind wir irgendwie anders. Das ist die Mentalität. Nur eben um zu sagen, wir haben die Miete bezahlt. Ich will da nicht die Westdeutschen schlecht machen. Aber viele sagen, dafür stehen wir nicht auf. Aber die haben wir auch.«
Thomas sagt: »Ich will ja auch arbeiten, auch unter Tarif, aber ich will dann auch was übrig haben. Es kann nicht sein, dass ich nur für die Abgaben arbeite und hinterher trockenes Brot esse.«
Deshalb sind sie jetzt beide in der Schweiz. »Und bei mir zu Hause können sie jetzt ein bisschen besser leben«, sagt Olaf, »brauchen nicht jeden Cent umzudrehen. Und wie gesagt, ich weiß ja nicht einmal, wo die Disco ist in Luzern, du arbeitest bis fünf, bist um sechs, halb sieben zu Hause, was willste denn noch erleben? Du nimmst die Dusche und machst das Frühstück für den nächsten Morgen, und guckst noch ein bisschen fern. Aber einmal im Monat, wie gesagt, nach der Lohnauszahlung, um achte, neune geht’s los, und morgens um sieben, acht bist du zu Hause, keine Pause, richtig durch. Heimatland bleibt Heimatland, da grüßt dich auch ein freundliches Gesicht, die ganze private Umgebung, eben die Sachen, die man hier vermisst, und dann noch nach Polen, weil dort die Zigaretten billiger sind, und dann geht’s wieder zurück. Es sind elf Stunden Autofahrt, und wer da sagt, wir sind nicht flexibel, dem müsste ich mal widersprechen.«
- Datum 21.12.2007 - 13:23 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 22.09.2005 Nr.39
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Koennen wir mal damit aufhoeren immer zu schreiben, dass die Krankenhaeuser dort nur wegen deutschem Personal ueberstehen? Das ist naemlich ABSOLUT NICHTS NEUES. Ich habe Anfang der 80er dort als Krankenschwester gearbeitet: Unser Chefarzt war Deutscher, Oberarzt auch, etliche Assistenzaerzte ebenso, von den Schwestern war 1 Jugoslawin, 2 Schweizerinnen (eine davon "Paperlischweizerin" = eingeheiratete Deutsche)der Rest war deutsch. Die Helferinnen Spanierinnen. Auf den anderen Stationen sah es auch nicht anders aus, da gab es dann noch einige Hollaenderinnen.
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